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Bochum, Zentralgefängnis Krümmede

Adresse

Zentralgefängnis Bochum Krümmede
Bochum, Krümmede 3a, Deutschland

Informationen zum Ort

Nach jahrelangen Verhandlungen begann 1892 in Bochum der Bau des „Königlich Preußischen Centralgefängnisses“ auf einem Teil der früheren Großen Vöde. Am 1. Oktober 1897 wurde es in Betrieb genommen. Damit gehört es zu den ältesten Gefängnissen in Nordrhein-Westfalen. Zunächst war es für 800 Gefangene ausgelegt und spätestens 1906 bot es Platz für 969 Gefangene.

Während der NS-Zeit war im Bochumer Adreßbuch als Sitz des Zentralgefängnisses „Krümmede 3“ verzeichnet. Das Zentralgefängnis Bochum gehörte formal weiterhin zum staatlichen Strafvollzug, der im Deutschen Reich über die Reichsjustizverwaltung unter dem Reichsjustizminister organisiert war. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten führte bereits ab Mai 1933 zu verschärften Haftbedingungen. Nicht nur Straftäter, sondern auch politisch und religiös Verfolgte – darunter Zeugen Jehovas –, sogenannte „Nacht-und-Nebel-Gefangene“ aus besetzten westeuropäischen Ländern sowie Homosexuelle waren dort inhaftiert. Zudem bestanden vier Außenkommandos des Strafgefängnisses Bochum, drei in Bochum und eines in Hattingen. Zur Entlastung der Haftanstalt wurden arbeitsfähige niederländische Gefangene in das Lager Wesseling verlegt, was auf erheblichen Belegungsdruck hinweist; genaue Belegungszahlen sind jedoch nicht überliefert. Das Zentralgefängnis Bochum wurde außerdem aufgefordert, einen Zweigbetrieb eines Rüstungswerkes aufzunehmen. Rohert zufolge wurde das heutige Hafthaus II am 4. November 1944 wohl durch Bombentreffer erheblich beschädigt; das letzte Drittel des Gebäudes habe demnach in Trümmern gelegen.

1969 erhielt die Haftanstalt die heutige Bezeichnung „Justizvollzugsanstalt Bochum“.

(Justizvollzugsanstalt Bochum: 125 Jahre, S. 20–48; Rohert: Vom Königlich Preußischen Centralgefängnis, S. 32–50; Zimmer: Schicksalsort, S. 5, 6.)

Luftbild der JVA Bochum. Man sieht die sternförmig angelegten Hauptgebäude und ein großes eingezäuntes Gelände.
Luftbild der heutigen JVA Bochum, 2024 (CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, Fotograf: Carsten Steger).

Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus

Männer

Anzahl nach aktuellem Forschungsstand: nicht bekannt

Gedenkzeichen

Seit dem 5. Juni 2025 erinnert eine Stolperschwelle vor dem Eingang der Justizvollzugsanstalt Bochum an die zwischen 1933 und 1945 im Justizgefängnis Krümmede verfolgten und inhaftierten Menschen. Dies ist die erste Stolperschwelle, auf der Zeugen Jehovas erwähnt werden.

Stolperschwelle am Eingang der JVA Bochum: Text erinnert an mehr als 2000 politisch verfolgte Menschen 1933-1945, darunter Widerstandskämpfer aus Westeuropa, Mitglieder verbotener Parteien, christliche Regimegegner, Homosexuelle und Zeugen Jehovas; viele starben in Haft oder in NS-Hinrichtungsstätten.
Stolperschwelle am Eingang der JVA Bochum, 2026 (UaP, Fotografin: Eva Schoenwald).

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