Ansbach, Lebensborn-Heim „Franken I“
Adresse
Lebensborn-Heim und Außenlager des KZ Ravensbrück „Franken I“
Ansbach, Am Bocksberg 80, Deutschland
Informationen zum Ort
Der Verein „Lebensborn e.V.“ eröffnete im Juli 1944 in der Nähe von Ansbach die beiden Lebensborn-Heime „Franken I“ und „Franken II“. Das Heim „Franken I“ befand sich in einem ehemaligen Walderholungsheim und Übungslager der Hitlerjugend. Für „Franken II“ wurden zwei Landhäuser der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Ansbach genutzt. In beiden Heimen waren ausschließlich Zeuginnen Jehovas aus dem KZ Ravensbrück, das die Heime als Außenlager führte, zur Zwangsarbeit eingesetzt. Die Frauen kamen im August 1944 nach Ansbach.
Ab März 1945 wurden die Ansbacher Heime zu Durchgangsstationen für Kinder, Mütter und Angestellte der im Westen aufgelösten Heime des „Lebensborn e.V.“. Mitte März wurde auch das Heim „Taunus“ in Wiesbaden evakuiert und mit den Flüchtenden kamen auch die dortigen Bibelforscher-Häftlingsfrauen nach „Franken I“. Und noch am 4. April 1945 wurde die Zeugin Jehovas Alwine Müller vom KZ Dachau in das Ravensbrücker Außenlager Ansbach zur Zwangsarbeit überstellt.
Anfang April 1945 wurden bedingt durch den Kriegsverlauf die Heime „Franken I“ und „Franken II“ aufgelöst und Kinder, Mütter, Angestellte sowie Häftlinge nach Steinhöring in das Heim „Hochland“ gebracht.
„Franken I“ wurde nach der Befreiung als städtisches Altersheim genutzt. 1978 ging das Gebäude in Privatbesitz über und dient heute als Hotel. „Franken II“ wurde zunächst ein Tbc-Sanatorium für Kinder. Heute gehören die Gebäude zum Bezirkskrankenhaus Ansbach.