Fahrni, Landgut Bärenmoos (Schweiz)
Adresse
Landgut Bärenmoos in Fahrni
Fahrni, Bärenmoosweg 18 b, Schweiz
Das Zentraleuropäische Büro von Jehovas Zeugen in Bern veranlasste am 27. März 1936 den Erwerb des Bauernguts Bärenmoos in der Nähe der Stadt Steffisburg im Kanton Bern. Das Gut diente der Versorgung der Mitarbeiter des Berner Bibelhauses mit Nahrungsmitteln in einer Zeit knapper Ressourcen und - später eintretender - Rationierung von Lebensmitteln. Es war auch Erholungsstätte für Zeugen Jehovas, die hier Ferien verbringen konnten. Das Bauerngut wurde 1946 wieder verkauft.
Zwischen 1937 und 1948 fanden in den Landgütern Bärenmoos und Chanélaz insgesamt 68 Flüchtlinge aus Deutschland für unterschiedlich lange Zeiträume Unterkunft. Die Landgüter boten den Flüchtlingen die Möglichkeit zur Arbeit in der Landwirtschaft, die für eine Aufenthaltsgenehmigung in der Schweiz notwendig war. Der erste Flüchtling war der damals 14jährige Willi Seitz aus Karlsruhe, der im Juni 1937 in Bärenmoos eintraf. Die Nationalsozialisten hatten seinen Eltern zuvor das Sorgerecht entzogen und angekündigt, den Jungen in einer Anstalt für kriminell veranlagte Jugendliche unterzubringen. Auch Heinrich Dwenger, der seit 1910 im Landesbüro der Zeugen Jehovas in Deutschland gearbeitet hatte, gelangte nach einer Flucht durch verschiedene osteuropäische Länder in die Schweiz und arbeitete auf dem Bauerngut Bärenmoos. Rund die Hälfte der Zeugen Jehovas, die in der Schweiz Asyl beantragt hatten, reisten später in andere Länder weiter.
(Martinet: Jehovas Zeugen Schweiz, S. 649–654; WTG: Jahrbuch 1987, S. 144 ff.; Nerlich: Und plötzlich, S. 154 f.)
Namensliste
Zwischen 1937 und 1946 Zufluchtsort für Flüchtlinge
- Heinrich Dwenger
- Willi Seitz