Cortaillod, Landgut Chanélaz
Adresse
Landgut Chanélaz
Cortaillod, Landgut Chanélaz, Schweiz
Das Landgut Chanélaz befand sich an der Grenze der Gemeinden Boudry und Cortaillod. Die genaue Adresse ist nicht bekannt.
Das Zentraleuropäische Büro von Jehovas Zeugen in Bern veranlasste am 19. Dezember 1938 den Erwerb des Landgutes Chanélaz im Kanton Neuenburg nahe des Neuenburgersee. Das Gut diente der Versorgung der Mitarbeiter des Berner Bibelhauses mit Nahrungsmitteln in einer Zeit knapper Ressourcen und – später eintretender – Rationierung von Lebensmitteln. Es war auch Erholungsstätte für Zeugen Jehovas, die hier Ferien verbringen konnten. Das Landgut wurde 1948 wieder verkauft.
Zwischen 1937 und 1948 fanden in den Landgütern Bärenmoos und Chanelaz insgesamt 68 Flüchtlinge aus Deutschland für unterschiedlich lange Zeiträume Unterkunft. Die Landgüter boten den Flüchtlingen die Möglichkeit zur Arbeit in der Landwirtschaft, die für eine Aufenthaltsgenehmigung in der Schweiz notwendig war. Die Fremdenpolizei des Kantons Neuenburg bewilligte am 23. Februar 1939 die Aufnahme von bis zu 25 Flüchtlingen auf Landgut Chanélaz. Auch der erste deutsche Flüchtling auf dem Bauerngut Bärenmoos, Willi Seitz aus Karlsruhe, arbeitete auf dem Landgut Chanelaz. Rund die Hälfte der Zeugen Jehovas, die in der Schweiz Asyl beantragt hatten, reisten später in andere Länder weiter.
(Martinet: Jehovas Zeugen Schweiz, S. 649–654; WTG: Jahrbuch 1987, S. 144 ff.; Nerlich: Und plötzlich, S. 154 f.)
Namensliste
Zwischen 1938 und 1948 Zufluchtsort für Flüchtlinge
- Anna Denz Turpin, geb. Denz
- Willi Seitz