Siegburg, Strafanstalt
Adresse
Siegburg, Strafanstalt
Siegburg, Luisenstraße 90, Deutschland
Informationen zum Ort
Die Strafanstalt in Siegburg wurde 1896 für 521 männliche und 204 weibliche Gefangene eröffnet. Während der Ruhrbesetzung (1923–1925) stand das Gefängnis unter französischer Befehlsgewalt. Unter dem NS-Regime wurden die Gefangenen auf andere Haftanstalten verteilt, um Platz zur Aufnahme deutscher und ausländischer Widerstandskämpfer zu schaffen, von denen einige bei ansässigen Firmen Zwangsarbeit leisten mussten. Schließlich war die Strafanstalt mit 3.500 Gefangenen völlig überbelegt. Ende 1944 erfolgte die Verlegung der Hinrichtungsstätte aus dem zerbombten Gefängnis Köln-Klingelpütz nach Siegburg, doch erfolgten dort keine regulären Hinrichtungen mehr. Die amerikanische Armee befreite das Gefängnis am 12. April 1945.
Der Zeuge Jehovas Joseph Hisiger befand sich in den letzten Monaten des Krieges in Siegburg, wo er zur Arbeit in ein Metallwerk abkommandiert wurde. Die Tätigkeit dort beschrieb er als aufreibend und die Verpflegung als ungenügend. Bei der Befreiung des Lagers wog er keine 50 Kilogramm mehr.
(Krohne/Uber: Die Strafanstalten in Preußen, S. 358 f.; Hisiger: Der Mensch 22 f.)
Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus
Joseph Hisiger konnte eine kleine Bibel in die Strafanstalt Siegburg einschmuggeln, in der er täglich las. Er erklärte: „Das gab mir Kraft weiterzuleben.“ (Hisiger: Der Mensch 22 f.)
Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus
Männer
- Ludwig Cyranek
- Joseph Hisiger
- Anton Peters
- Robert Arthur Winkler