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Wilhelm Malzahn

Vorname(n)
Wilhelm
Nachname
Malzahn
Geburtsdatum
5. Dezember 1896
Geburtsort
Seebad Ahlbeck, Deutschland
Todesdatum
22. April 1940
Verfolgungsbedingte Todesart
Im Konzentrationslager ums Leben gekommen
Beruf
Zimmermann, Handlungsreisender
Erstkontakt und/oder Taufe
Schloss sich 1928 den Bibelforschern an

Biographische Orte

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Wohnort(e)

Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus

  • Anna Malzahn, geb. Kraske (Ehefrau)

Wilhelm Malzahns Ehefrau Anna Malzahn geb. Kraske bezeichnete sich 1946 als Kriegsgegnerin. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass sie eine Zeugin Jehovas war.

Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus

Nach dem Verbot der Zeugen Jehovas stellte Wilhelm Malzahn seine Wohnung für die nun klandestin stattfindenden Zusammenkünfte zur Verfügung. Als Handlungsreisender sprach er mit seinen Kunden über seinen Glauben und verbreitete Bücher und andere Schriften. Er lehnte die gleichgeschalteten NS-Organisationen ab und war ein entschiedener Kriegsgegner. Wilhelm Malzahn verweigerte auch den Hitlergruß. Auf Grund seiner Aktivitäten wurde er am 16. Dezember 1936 in Swinemünde durch die Geheime Staatspolizei inhaftiert und am 15. Januar 1937 nach Stettin zur Untersuchungshaft eingeliefert.

Das Sondergericht Stettin verurteilte ihn zu fünf Monaten Gefängnis. Weil er nicht von seinem Glauben abließ, wurde Wilhelm Malzahn nach Strafende von der Stettiner Gestapo in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert. Belegt ist sein „Zugang“ in Sachsenhausen für den 5. August 1937. Hier unterlag er als Bibelforscher verschärften Haftbedingungen.

Wilhelm Malzahn starb in Sachsenhausen am 22. April 1940. In der Nachricht an seine Frau wurde "Darmkatarrh" als Todesursache angegeben. Der Mithäftling Hans Kirchhoff gab jedoch an, Wilhelm Malzahn sei verhungert. Nach der Verhaftung ihres Mannes verweigerte die Gemeinde des Seebades Ahlbeck Anna Malzahn als Frau eines Bibelforschers jegliche Unterstützung.

(Projektgruppe “Kriegsgräber”: Jehovas Zeugen, S. 89–99.)

Abschrift eines undatierten von Wilhelm Malzahn unterschriebenen Formulars aus dem KZ Sachsenhausen, das besagt, dass er seinem Glauben treu blieb und aus diesem Grund verschärfte Haftmaßnahmen erdulden musste.
Abschrift eines von Wilhelm Malzahn unterschriebenen Formulars aus dem KZ Sachsenhausen, o. D. (LAGw Rep. 200/9.2.1 Nr. 1779 Bl. 6).
Abschrift eines Telegramms aus dem KZ Sachsenhausen an Anna Malzahn mit der Nachricht, über den Tod ihres Mannes.
Abschrift eines Telegramms vom 24. April 1940 aus dem KZ Sachsenhausen an Anna Malzahn, das über den Tod ihres Mannes informiert (LAGw Rep. 200/9.2.1 Nr. 1779 Bl. 4).

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