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Julius Hochgräfe

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Vorname(n)
Julius
Nachname
Hochgräfe
Geburtsdatum
14. Februar 1891
Geburtsort
Vöhl, Deutschland
Todesdatum
1965
Todesort
Zittau, Deutschland
Beruf
selbständiger Klaviertechniker, Polizeibeamter.
Erstkontakt und/oder Taufe
1922 erster Kontakt mit den Bibelforschern, Taufe 1924

Biographische Orte

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Wohnort(e)

Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus

Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus

Ab dem Verbot der IBV 1933 war Julius Hochgräfe als Leiter der Kasseler Gemeinde im Visier der Gestapo. Zeitweise bekam er jeden Morgen Besuch von der Geheimpolizei. Bereits 1934 war er für mehrere Wochen in Haft. Nach der Flugblatt-Aktion vom 12. Dezember 1936 wurde er zusammen mit vier weiteren Gemeindemitgliedern vom Sondergericht Kassel zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt und zunächst im Strafgefängnis Kassel-Wehlheiden  inhaftiert.

Obwohl Julius Hochgräfe aufgrund seines schlechten Gesundheitszustands eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert worden war, musste er seine komplette Haftstrafe in verschiedenen Haftanstalten verbüßen. Am 19. Mai 1937 wurde er in das Strafgefängnis Hannover gebracht und kurz darauf in die Strafanstalt Plötzensee verlegt. Dort wurde er mehrfach in Lazaretten behandelt. Am 15. September 1937 kam er dann in die Strafanstalt nach Brandenburg-Altstadt. Am 6. Januar 1939 wurde Berlin-Tegel sein nächster Haftort.

Am 30. Oktober 1941 wurde Julius Hochgräfe aus dem Gestapo-Gefängnis Berlin nach Sachsen entlassen und durfte nicht nach Kassel zurückkehren. Er war mittlerweile enteignet und aus der Handwerkskammer Kassel ausgeschlossen worden. Julius Hochgräfe wurde zur Arbeit in der Firma H. Mende & Co in Dresden verpflichtet. 1944 heiratete er Erna, geb. Häbler in Großschönau/Sachsen.

(Siegner: Julius Hochgräfe.)

Gefangenenkarte von Julius Hochgräfe aus der Strafanstalt Kassel-Wehlheiden 1937
Gefangenenkarte Julius Hochgräfe der Strafanstalt Kassel-Wehlheiden, 197 ausgestellt (HStAM, Best. 251 Welheiden, Nr. 2869).
Julius Hochgräfe mit seiner Frau Erna (geborene Häbler) im fortgeschrittenen Alter.
Julius und Erna Hochgräfe, nach 1945 (UaP).

Widerstand und Verfolgung im Kommunismus

Am 28. und 29. November verhandelte die 5. Große Strafkammer des Landgerichts Bautzen gegen 14 leitende Zeugen Jehovas aus Ostsachsen. Julius Hochgräfe wurde in diesem Prozess zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Haft verbüßte er im Haftkrankenhaus Leipzig Klein-Meusdorf und in den Zuchthäusern Torgau und Waldheim. (Lausitzer Rundschau, 1.12.50.)

Gedenkzeichen

Am 1. Juni 2022 wurde für Julius Hochgräfe in der Tannenstraße 15 in Kassel ein Stolperstein verlegt. (Hessische-Niedersächsische Allgemeine, 15.5.2022.)

Externe Medien

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