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Wilhelm Nollert

Vorname(n)
Wilhelm
Nachname
Nollert
Geburtsdatum
2. Januar 1885
Geburtsort
Ludwigshafen, Deutschland
Todesdatum
2. März 1944
Verfolgungsbedingte Todesart
Als arbeitsunfähig ausgesondert und in Majdanek ermordet
Beruf
Gärtner, später Arbeiter in einer Nähmaschinenfabrik
Erstkontakt und/oder Taufe
Beitritt zu den Bibelforschern 1928

Biographische Orte

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Wohnort(e)

Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus

Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Kommunismus

Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus

Wilhelm Nollert war als Vollwaise aufgewachsen. Im Ersten Weltkrieg wurde er im heutigen Lettland zum Kriegsinvaliden. Ab 1928 bekannte er sich als Bibelforscher. Aufgrund seiner religiösen Überzeugung verweigerte er ab 1933 den Hitlergruß, sowie die Teilnahme an politischen Appellen in der Dresdner Nähmaschinenfirma Nähmatag und verlor dort 1935 seine Arbeit. Wegen der Verteilung illegaler Bibelforscherschriften und des Treffens mit Glaubensangehörigen in Privatwohnungen wurde zunächst seine Ehefrau Gertrud Nollert und acht Tage später, am 7. Januar 1937, auch er verhaftet. Beide erhielten am 26. Februar 1937 vor dem Sondergericht Freiberg eine Strafe von zehn Monaten Gefängnis, die Wilhelm Nollert zunächst in der U-Haft in Dresden und dann in Freiberg verbüßte, bevor er am 1. April 1937 nach Leipzig (Klein-Meusdorf) verlegt wurde. Daran anschließend verhängte die Gestapo Schutzhaft.

Am 18. November 1937 wurde Wilhelm Nollert in das Konzentrationslager Buchenwald, dort in den Block 16, überführt. Er musste als Häftling Nr. 443 in der Strumpfstopferei arbeiten. Man verlegte ihn am 6. Juli 1942 in das Konzentrationslager Dachau, Block 22, wo er die Häftlingsnummer 31087 erhielt. Er schrieb am 3. Oktober 1943 an seine Frau, die inzwischen in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert worden war, in einem seiner letzten Briefe aus Dachau, dass er mit Gottes Gnade an den „vollständigen Sieg der Gerechtigkeit“ glaube. Am 3. Januar 1944 verbrachte man Hunderte „nicht mehr arbeitsfähige“ Häftlinge aus Dachau in das Vernichtungslager Majdanek. Unter ihnen war auch der Kriegsinvalide Wilhelm Nollert. Am 5. April 1944 teilte die Kommandantur Gertrud Nollert mit, dass ihr Mann am 2. März 1944 „an Fleckfieber verstorben“ sei – eine Darstellung, die die Witwe zeitlebens anzweifelte.

(Krüger: Eine Bibel, S. 31–37.)

Portrait eines ca. 40jährigen Mannes im Anzug, der links an der Kamera vorbeisieht.
Wilhelm Nollert wurde im KZ Majdanek ermordet (Privatarchiv T. Martin Krüger).

Gedenkzeichen

Am 23. September 2022 wurden für Wilhelm und Gertrud Nollert zwei Stolpersteine in der Schäferstraße 9 in Dresden verlegt. (Bergische Morgenpost, 22.9.2022, S. C 2.)

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