Gertrud Brass
- Vorname(n)
- Gertrud
- Nachname
- Brass
- Geburtsdatum
- 29. März 1933
- Geburtsort
- Düsseldorf
- Beruf
- Schülerin
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Otto Brass (Vater)
- Agnes Brass, geb. van Trist (Mutter)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Gertrud Brass war erst vier Jahre alt, als ihr Vater Otto Brass ins Gefängnis kam – mit elf Jahren verhaftete die Gestapo Essen ihre Mutter Agnes Brass wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“.
Ihre Eltern erzogen sie nicht nur nach den Prinzipien der Bibel, sondern lebten ihr die christlichen Werte in der Praxis vor: Ihr Vater kümmerte sich bis zu seiner Verhaftung unter Lebensgefahr als einer der leitenden Seelsorger um die geistigen und humanitären Bedürfnisse der Düsseldorfer Gemeindemitglieder, ihre Mutter war bis 1944 aktiv im Widerstand tätig, als Kurierin in einem europaweiten, konspirativen Netzwerk durch das die Gläubigen in Zentraleuropa mit humanitärer Hilfe, Literatur zur Bibel und Informationen über die Lage der inhaftierten Mitgläubigen versorgt wurden.
„Meine Tochter Gertrud, die heute 6 Jahre alt ist und die Volksschule besucht, werde ich als einen ehrlichen und brauchbaren Menschen erziehen, wie es sich als Christ geziemt.“
Als ihr Vater Ende 1939 aus der Strafhaft in ein Konzentrationslager überführt werden sollte, überprüfte die Gestapo Düsseldorf den Erziehungsstil ihrer Mutter. Im Verhör erklärte Agnes Brass:
„Meine Tochter Gertrud, die heute 6 Jahre alt ist und die Volksschule besucht, werde ich als einen ehrlichen und brauchbaren Menschen erziehen, wie es sich als Christ geziemt. Ich habe mein Kind bisher […] nicht in staatsgegnerischem Sinne erzogen oder beeinflusst. Es fügt sich den Anordnungen der Schule. Ihre derzeitige Lehrerin […] kann darüber Auskunft geben, wie sich mein Kind in der Schule verhält und ob es irgendwie von mir nachteilig beeinflusst ist. Ich überlasse meinem Kinde zu gegebener Zeit selbst die Entscheidung, ob und welche Religion es anzunehmen wünscht.“
Zu diesem Zeitpunkt nahm die Gestapo „vorläufig von der Einleitung eines Sorgerechtsentziehungsverfahrens Abstand“. Im Juni 1943 zog die Mutter mit ihr nach Wülfrath, Unterdüssel 17.
Gertruds Eltern überlebten Gefängnis- und KZ-Gefangenschaft. Die die Familie lebte später in Ratingen.
(LAV NRW R, Akte RW 0058 Nr. 64120; Akte Ger. Rep. 114 Nr. 1141; Stadtarchiv Düsseldorf, Familienmeldekarte Sign. 7-4-3-34-0176, Standesamt Düsseldorf Mitte 500/33; Stadtarchiv Wülfrath, Schreiben vom 12.11.2024.)