Maria Kößl, geb. Bogner
- Vorname(n)
- Maria
- Geburtsname
- Bogner
- Nachname
- Kößl
- Geburtsdatum
- 10. November 1907
- Geburtsort
- München, Deutschland
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Georg Kößl (Ehemann)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Maria heiratete Georg Kößl, nachdem dessen erste Ehefrau kurz nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes gestorben war. Aus der Ehe ging ein weiterer Sohn hervor. Maria Kößl gehörte wie ihr Mann den Zeugen Jehovas an und blieb auch nach dem Verbot für die Gemeinschaft tätig. Im Mai 1936 wurde sie vom Amtsgericht Kempten wegen Betätigung für die verbotene Bibelforscher-Vereinigung angeklagt.
„Was sollte ich dir mein Lieb in diesen meinen letzten Stunden schreiben?“
Ihr Ehemann Georg Kößl wurde zu Kriegsbeginn zur Wehrmacht einberufen und verweigerte den Fahneneid und Wehrdienst. Das Reichskriegsgericht verurteilte ihn deshalb zum Tode und ließ das Urteil in Berlin-Plötzensee vollstrecken.
In einem letzten Brief vom 23./24. November 1939 schrieb Georg Kößl an seine Frau:
„Meine innigstgeliebte Marie,
Was sollte ich dir mein Lieb in diesen meinen letzten Stunden schreiben? Sollte ich dir das Herz schwer machen? Ja, meine lb. Marie, daß ich schwer von euch Abschied nehme, aber es muß sein, denn mein Leben weihte ich Jehova meinem Gott u. ich freue mich, für ihn leiden zu dürfen u. auch mein Leben für ihn zu geben. Ich verbringe diese meine letzte Nacht in Ruhe u. Frieden, denn ich trug mich seit langer Zeit mit dem Gedanken, mein Leben lassen zu müssen, um vom Herrn ein Leben zu empfangen, das überschwänglich ist von Herrlichkeit u. das nur durch seine Gnade u. Barmherzigkeit. Bitte lb. Marie, tröste dich u. ich bitte denn Herrn, er möge dich leiten u. führen u. dir seine Kraft schenken, damit auch du alles zu ertragen vermagst! Trauere bitte nicht um mich, denke ich könnte eines natürlichen Todes gestorben sein. Nur um eines bitte ich dich, habe ich manche Schwachheiten gehabt, so vergib sie mir, wie auch ich dir vergebe! […]
Nun möchte ich schließen u. dich meine liebe Mutti zum letzten Mal herzlichst grüßen u. küssen. Küsse und grüße nochmals meinen Schorsch und meinen kleinen Henoch! Also nochmals auf Wiedersehn oben beim Herrn, unseren barmherzigen Vater, dem allein Ehre, Lob u. Preis u. Anbetung sei, immerdar. Dein treuer, dich liebender Schorsch.“
(BArch. R 3001/184450, Amtsgericht Kempten, Strafprozessakte 1936; JZArchZE, DOK 1939-11-23 [Briefabschrift]).