Georg Kößl
- Vorname(n)
- Georg
- Nachname
- Kößl
- Geburtsdatum
- 18. Februar 1902
- Geburtsort
- Schongau
- Todesdatum
- 24. November 1939
- Todesort
- Berlin-Plötzensee, Strafgefängnis
- Verfolgungsbedingte Todesart
- hingerichtet
- Beruf
- Papiermaschinengehilfe
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Maria Kößl, geb. Bogner (Ehefrau)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Georg Kößl wurde im Mai 1936 vom Schöffengericht Kempten wegen Betätigung für die Bibelforscher angeklagt.
Im August 1939 erhielt er die Einberufung zur 4. Kompanie des Gebirgs-Träger-Bataillon 54. Er kam der Einberufung nach, verweigerte aber die Leistung des Fahneneides und wurde am 28. August 1939 in das Amtsgerichtsgefängnis Weilheim eingeliefert. Von dort überstellte man ihn am 30. August 1939 zum Militärgericht nach München. Dieses verfügte am 25. September 1939 die Überstellung vom Münchener Wehrmachtuntersuchungsgefängnis in das Untersuchungsgefängnis nach Berlin-Moabit zur Verfügung des Oberreichskriegsanwalts. Dieser klagte ihn am 28. September 1939 wegen „Zersetzung der Wehrkraft“ (Wehrdienstverweigerung) an. Die Hauptverhandlung fand am 8. November 1939 vor dem 1. Senat des Reichskriegsgerichts in Berlin-Charlottenburg statt. Georg Kössl wurde in diesem Verfahren zum Tode, zur Wehrunwürdigkeit und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Aus dem Untersuchungsgefängnis Berlin überstellte man ihn schließlich am 17. November 1939 in das Strafgefängnis Berlin-Plötzensee. Am 24. November 1939 wurde er dort um 6.00 Uhr enthauptet.
(Herrberger: Denn es steht, S. 399.; Schongauer Nachrichten, 13.12.1997; BA R 58, 5781 b, Bl. 1066 f.; Wilker: Judenhelfer, S. 180 f.)
Gedenkzeichen
In Schongau befindet sich an der historischen Stadtmauer im Hof des Karmeliterklosters seit 1957 eine Gedenktafel für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs. 1991 wurde für Georg Kößl eine weitere Gedenktafel eingefügt. Auf dieser wird erwähnt, dass er „wegen Militärdienstverweigerung aus Glaubensüberzeugung“ in Berlin hingerichtet wurde. (Wilker: Judenhelfer, S. 180 f.)
Am 9. November 2025 wurde vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Kößl in Schongau, Lechvorstadt 5, ein Stolperstein zum Gedenken an Georg Kößl verlegt. (Fähling: Stolperstein erinnert.)