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Rimt Janssen

Vorname(n)
Rimt
Nachname
Janssen
Geburtsdatum
28. August 1906
Geburtsort
Harsweg/Hinte (heute ein Stadtteil von Emden), Deutschland
Todesdatum
2. Januar 1977
Todesort
Emden, Deutschland
Beruf
Arbeiter
Erstkontakt und/oder Taufe
Schloss sich in den 1920er Jahren den Bibelforschern an

Biographische Orte

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Wohnort(e)

Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus

Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus

Rimt Janssen heiratete 1929 Gesche Poppen aus Petkum. Ab 1931 und auch nach dem Verbot 1933 engagierte sich das Ehepaar in der Emdener Bibelforschergemeinde. Aufgrund dessen wurde Rimt Janssen am 8. Mai 1936 in Leer in Schutzhaft genommen und am 8. Juni 1936 zur Untersuchungshaft in das Gerichtsgefängnis Emden gebracht.

Das Sondergericht Hannover verurteilte ihn am 25. Juli 1936 zu einer viermonatigen Gefängnisstrafe. Rimt Janssen habe, so die Urteilsbegründung, in der Zeit von Juli 1935 bis Ende März 1936 „gemeinschaftlich fortgesetzt“ gegen die Anordnung vom 28. Februar 1933, die sogenannte Reichstagsbrandverordnung, zuwidergehandelt. Mehrfach habe er sich mit anderen in der Wohnung von Wilhelm Janssen, dem Leiter der Emdener Gruppe, getroffen, um biblische Lehren zu besprechen. Bei Hausdurchsuchungen seien große Mengen Bücher und Schriften bei Rimt Janssen gefunden worden.

Nachdem er am 7. September 1936 seine Strafe verbüßt hatte und entlassen worden war, blieb er seiner religiösen Überzeugung treu. Er nahm weiterhin an den Zusammenkünften der Zeugen Jehovas in Emden teil. Die Gestapo verhaftete ihn und weitere Glaubensgeschwister am 4. März 1937. Seine Ehefrau war bereits seit dem 16. Februar 1937 in Emden in Untersuchungshaft. Rimt Janssen blieb bis zur Anklageerhebung am 15. April 1937 in Emden in Schutzhaft, anschließend befand er sich ab dem 27. April im Gerichtsgefängnis in Hannover. Die Hauptverhandlung gegen sieben Angeklagte aus Emden fand am 12. Mai 1937 vor dem Sondergericht Hannover statt. Rimt Janssen galt als „Wiederholungstäter“ und erhielt eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren. Er kam wie seine Frau zur Strafverbüßung nach Dreibergen-Bützow.

Am 1. Juni 1937 wurde er in das Strafgefängnis Berlin-Plötzensee überführt. Was dort geschehen ist, kann nicht endgültig geklärt werden. Johanna Adickes schreibt: „Wahrscheinlich hat es aufgrund der harten Haftbedingungen, der Schikanen und Misshandlungen eine Auseinandersetzung gegeben. In deren Folge sei er eine Treppe hinuntergefallen, lange Zeit bewusstlos gewesen und erst in der ärztlichen Beobachtungsabteilung der Strafanstalt ‚aufgewacht‘. Die Ärzte diagnostizierten ‚genuine Epilepsie‘, eine Formulierung, die standardmäßig ab 1933 verwendet wurde.“

Aufgrund der Erkrankung beantragte ein Anstaltsarzt am 1. Oktober 1937 für Rimt Janssen beim Erbgesundheitsgericht eine Sterilisation, die am 23. November 1937 ohne eine erbbiologische Überprüfung beschlossen und am 2. April 1938 zwangsweise am Robert-Koch-Krankenhaus Moabit durchgeführt wurde.

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus erfolgte am 19. März 1938 die Einweisung in die Heil- und Pflegeanstalt Wuhlgarten. Am 2. August 1938 wechselte Rimt Janssen in die Heil- und Pflegeanstalt Wunstorf. Durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten und eine Beschäftigungstherapie verbesserte sich sein Gesundheitszustand, so dass er bei verschiedenen Arbeiten im Außenbereich eingesetzt werden konnte. Als er am 18. März 1940 aus der Heil- und Pflegeanstalt als - zwar nicht gesund, aber „haftfähig“ - entlassen wurde, musste er einen Teil seiner Reststrafe im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee und im Strafgefängnis in Vechta bis zum 6. Juli 1940 verbüßen. Dann wurde er zur Bewährung entlassen. Seine Frau befand sich noch im KZ Ravensbrück und kehrte erst Ende Juli 1945 nach Hause zurück

(Adickes: Rimt Lübbers Janssen.)

Eine Menschenmenge singt bei einem Kongress. Die Leute schauen in die Liederbücher.
Rimt und Gesche Janssen (mitte) auf einem Kongress der Zeugen Jehovas in Nürnberg, Zeppelinwiese, im August 1955 (UaP).

Gedenkzeichen

Am 22. Oktober 2023 wurden in Emden, Helgolandstraße 44, Stolpersteine für Rimt und Gesche Janssen verlegt. (Adickes: Rimt Lübbers Janssen.)

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