Hans Wöltje
- Vorname(n)
- Hans
- Nachname
- Wöltje
- Geburtsdatum
- 7. Januar 1897
- Geburtsort
- Santos, Brasilien
- Todesdatum
- 2. Juni 1942
- Todesort
- Alkoven, Schloss Hartheim
- Verfolgungsbedingte Todesart
- Vergast
- Beruf
- Buchhalter und Steuerberater
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Wurde 1924 Bibelforscher
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Hans Wöltje war der Leiter der Zeugen Jehovas in Bad Oldesloe und organisierte auch nach dem Verbot der Religionsgemeinschaft die wöchentlich stattfindenden Zusammenkünfte. Da er am 12. November 1933 der nationalsozialistischen Volksbefragung fernblieb, verlor er seinen Arbeitsplatz bei der Landwirtschaftskammer für die Provinz Schleswig-Holstein und machte sich daraufhin selbstständig.
Am 11. November 1935 wurde Hans Wöltje vom Schleswig-Holsteinischen Sondergericht in Altona zu einer zweimonatigen Freiheitsstrafe verurteilt. Auch nach dieser Verurteilung blieb er seinem Glauben treu. Er las und verteilte weiter den „Wachtturm“, nahm an den illegalen Zusammenkünften teil und hielt Kontakt zu Glaubensgeschwistern in Lübeck, Dassow und Bargfeld. In Lübeck verteilte er am 12. Dezember 1936 das Flugblatt „Resolution“ und am 20. Juni 1937 das Flugblatt „Offener Brief“.
In Lübeck verteilte er am 12. Dezember 1936 das Flugblatt „Resolution“ und am 20. Juni 1937 das Flugblatt „Offener Brief“.
Anfang November 1937 erfolgte seine zweite Verhaftung. Er wurde von der Lübecker Gestapo vernommen und am 3. November 1937 zur Untersuchungshaft in das Burgklostergefängnis in Lübeck eingeliefert. Am 25. Februar 1938 verurteilte ihn das Sondergericht Kiel, das in Lübeck tagte, wegen fortgesetzter Tätigkeit für die IBV zu zwei Jahren Gefängnishaft. Hans Wöltje verbüßte die Haftzeit im Strafgefängnis Lübeck-Lauerhof.
Nach der Haft wurde er in „Schutzhaft“ genommen und in das KZ Sachsenhausen überführt. Im Sommer 1940 kam er von Sachsenhausen nach Dachau. Im Konzentrationslager Dachau stufte die SS Hans Wöltje 1942 als arbeitsunfähig ein und überführte ihn in die Vernichtungsanstalt Schloss Hartheim, wo er am 3. März 1942 in der Gaskammer ermordet wurde. Um die Ermordung zu verschleiern wurde in der Sterbeurkunde Dachau als Sterbeort und das Todesdatum mit dem 2. Juni 1942 angegeben.
Gedenkzeichen
Am 28. September 2010 wurde am letzten Wohnort Hans Wöltjes, in der Hindenburgstraße 49 in Bad Oldesloe, ein Stolperstein zur Erinnerung an ihn verlegt. Er war der erste und lange Zeit einzige Stolperstein in Bad Oldesloe. (Fofana: Ein Stolpern.)