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Hermann Raböse

Vorname(n)
Hermann
Nachname
Raböse
Geburtsdatum
16. Oktober 1900
Geburtsort
Tkaczewska Góra, Polen
Todesdatum
1. November 1989
Beruf
Landwirt, Schreiner, Lehrer und Verwaltungsangestellter
Erstkontakt und/oder Taufe
Erstkontakt mit den Bibelforschern um 1919

Biographische Orte

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Wohnort(e)

Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus

Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus

Aufgrund seiner religiösen Überzeugung verlor Hermann Raböse nach 13jähriger Tätigkeit am 3. Juli 1940 seinen Arbeitsplatz als Buchhalter. Er wurde am 27. April 1942 in Tkaczewska Góra in Schutzhaft genommen. Am 21. Oktober kam er in das Polizeigefängnis Radogast, wo er die Häftlingsnummer 1.587 erhielt. Sechs Wochen später erfolgte am 3. Dezember 1942 die Überstellung in das Konzentrationslager Stutthof nahe Danzig, wo er die Häftlingsnummer 17.620 trug. Durch die Strapazen im KZ zog er sich ein Magen- und ein Nervenleiden zu.

Am 27. April 1945 gehörte Hermann Raböse zu den 1.060 Häftlingen, die kurz vor dem Eintreffen der Roten Armee nach Nickelswalde (heute Mikoszewo, Polen) ans Ufer der Ostsee gebracht wurden. 100 Häftlinge waren auf dem Transport dorthin ermordet worden. Die übrigen 960 Männer wurden am 29. April in den ersten drei Stunden nach Mitternacht auf den Lastkahn Ruth verladen. Auf der Ostsee treibend, ohne Nahrung und Wasser, lagen die Häftlinge im Laderaum übereinander. Tote wurden über Bord geworfen. Als die Ruth am 3. Mai die Marineschule Mürwick in der Flensburger Förde erreichte, lebten nur noch 630 der Inhaftierten. Am nächsten Tag wurde der im Hafen zur Reparatur auf Reede ankernde Frachtdampfer Rheinfels requiriert und 300 ehemalige Stutthof-Gefangene, darunter auch Hermann Raböse, mit Schleppern auf diesen Dampfer gebracht. Auch die Überlebenden des Todesmarsches aus dem KZ Neuengamme kamen auf das Schiff, so dass sich beim Auslaufen der Rheinfels 1.600 Häftlinge und 100 SS-Bewacher darauf befanden. Aufgrund einer Havarie der Schiffsschraube musste die Rheinfels jedoch nach kurzer Zeit ihre Fahrt beenden und vor Anker gehen. Dort befand sie sich mit den Häftlingen auch noch am 8. Mai 1945, dem Tag der Kapitulation.

Hermann Raböse ließ sich nach dem Krieg in der Nähe von Flensburg nieder, wurde 1949 rehabilitiert und erlangte 1952 die deutsche Staatsbürgerschaft. Nach dem Tod seiner Frau 1961 heiratete er erneut.

(Abt: Zusammen; Hermann: Hinter Stacheldraht, S. 187; Lüers: Die Toten über Bord geworfen.)

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