Sophie Stippel, geb. Greiner
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- Vorname(n)
- Sophie
- Geburtsname
- Greiner
- Nachname
- Stippel
- Geburtsdatum
- 28. Mai 1892
- Geburtsort
- Mannheim, Deutschland
- Todesdatum
- 28. August 1985
- Todesort
- Weinheim, Deutschland
- Beruf
- Hausfrau
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Taufe als Bibelforscherin um 1930
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Sophie Stippel nahm nach dem Verbot der Glaubensgemeinschaft 1933 weiter an deren Zusammenkünften teil, missionierte und verteilte verbotene religiöse Schriften. 1935 erfolgte eine Hausdurchsuchung, am 14. Mai 1936 dann nach einer Denunziation durch eine Nachbarin die erste Verhaftung und der Beginn einer Untersuchungshaft. Das Mannheimer Sondergericht verurteilte Sophie Stippel am 24. Juli 1936 zu acht Monaten Gefängnis. Vom Mannheimer Bezirksgefängnis wurde sie am 10. Oktober 1936 in die Strafanstalt Bruchsal überführt. Die Entlassung und Rückkehr nach Hause erfolgte am 30. Januar 1937.
Im Oktober und November 1937 weigerte sich Sophie Stippel wiederholt für das Winterhilfswerk zu spenden, wobei sie sich – laut späterer Urteilsbegründung – „in ihrer Wohnung als Zeugin Jehovas bekannt und [dort anderen] Bibelstellen“ vorgelesen hatte. Daraufhin erfolgte am 27. November 1937 die zweite Verhaftung durch die Gestapo mit anschließender Vernehmung. Am 28. November 1937 wurde sie in das Bezirksgefängnis Mannheim überführt. Sophie Stippel reagierte mit einer Haftbeschwerde. Ihr Gesuch, im Gefängnis eine Bibel lesen zu dürfen, wurde abgelehnt. Es kam zu einer Einstellung des Verfahrens und zu ihrer Freilassung am 24. Dezember 1937.
Aber bereits am 30. Dezember 1937 wurde Sophie Stippel erneut verhaftet und im Mannheimer Polizeigefängnis inhaftiert. Am 7. April 1938 erfolgte die Überstellung in das KZ Lichtenburg. Dort weigerte sie sich, eine „Verpflichtungserklärung“ zu unterschreiben. Am 15. Mai 1939 kam sie auf einem Transport nach Ravensbrück, wo sie ab Herbst 1941 für Hilfsdienste für den Kommandanten Max Koegel abkommandiert wurde.
Im 2024 Oscar-prämierten Film „The Zone of Interest“ ist die Figur der Sophie Stippel eingebaut.
Am 26. März 1942 kam Sophie Stippel in das KZ Auschwitz. Kurz nach der Ankunft begann sie im Haushalt von Lagerkommandant Rudolf Höß zu arbeiten. Am 11. Januar 1944 ließ sich ihr Ehemann mit der Begründung, er habe „von einer Frau, die im Konzentrationslager ist, nichts“ – so seine Aussage vor dem Landgericht Mannheim – scheiden. Am 6. November 1944 erfolgte ihr Abtransport aus Auschwitz, drei Tage später traf sie erneut in Ravensbrück ein. Auch hier arbeitete sie im Haushalt der Familie Höß. Mit der Befreiung des Lagers am 30. April 1945 durch sowjetische Soldaten kam auch sie frei.
Sophie Stippel führte nun leichte Arbeiten für die Sowjets aus. Sie wohnte ab Anfang Mai 1945 in Fürstenberg, Krummestraße 23. Im Juni 1945 begab sie sich auf einen Fußmarsch nach Hause, von Hof fuhr sie am 22. Juli mit dem Zug nach Mannheim. Es folgte ein jahrzehntelanger Kampf um eine angemessene Entschädigung und Rente.
(Kreutz/Strobel: Der Kommandant, S. 61–65, 121–130, 151–165, 173–183, 188, 189–203.)
Besonderheiten
2018 veröffentlichte das Mannheimer Marchivum mit dem Buch von Wilhelm Kreutz und Karen Strobel „Der Kommandant und die Bibelforscherin: Rudolf Höß und Sophie Stippel. Zwei Wege nach Auschwitz“ und dem Film von Karen Strobel und Christina Stiehler „Die Köchin und der Kommandant. Zwei Wege nach Auschwitz“ die Lebensgeschichte von Sophie Stippel.
Im 2024 Oscar-prämierten Film „The Zone of Interest“ über das Leben der Familie des Lagerkommandanten von Ausschwitz Rudolf Höß - einer internationalen Produktion (USA, Vereinigtes Königreich, Polen) - ist die Figur der Sophie Stippel eingebaut. Sie wird von Stephanie Petrowitz gespielt. An mehreren Stellen des Films ruft Hedwig Höß sie mit Namen und sie taucht in Szenen im Haushalt mehrmals auf. Auch wird ein Häftling mit einem lila Winkel, der im Garten der Familie Höß arbeitet, in einer Szene eingeblendet.