Arno Gäßner
- Vorname(n)
- Arno
- Nachname
- Gäßner
- Geburtsdatum
- 16. November 1899
- Geburtsort
- St. Gangloff, Deutschland
- Todesdatum
- 7. Dezember 1939
- Todesort
- Berlin-Plötzensee, Strafgefängnis
- Verfolgungsbedingte Todesart
- hingerichtet, enthauptet
- Beruf
- Landarbeiter, Färbereiarbeiter
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Der fünffache Familienvater Arno Gäßner wurde zu Beginn des Zweiten Weltkriegs zum Kavallerie-Schützenregiment 7 in Gera einberufen. Als Zeuge Jehovas ließ es sein Gewissen nicht zu, sich auf Adolf Hitler vereidigen zu lassen und mit der Waffe zu kämpfen. Arno Gäßner verweigerte deshalb den Wehrdienst. Mitte September 1939 wurde er in das Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit überstellt und am 26. September 1939 vor dem Reichskriegsgericht wegen „Eidesverweigerung“ angeklagt. Einen Monat später wurde er in der Hauptverhandlung „wegen Zersetzung der Wehrkraft“ zum Tode verurteilt. Das Reichskriegsgericht verhängte außerdem den „Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit“ und sprach die „Wehrunwürdigkeit“ aus. Am 7. November 1939 bestätigte der Präsident des Gerichts das Urteil, wodurch es rechtskräftig wurde. Am 11. November 1939 wurde Arno Gäßner zur Hinrichtung in das Strafgefängnis Berlin-Plötzensee überstellt. In der Zwischenzeit war ein Gnadengesuch bei Hitler eingereicht worden. Dieser lehnte es jedoch am 27. November 1939 ab. In den „Streng vertraulichen Informationen des Geheimen Staatspolizeiamts Nr. 7 vom 15. November 1939“ wird unter „Sekten“ gemeldet: „Der Landwehrmann Arno Gässner […] wurde vom Reichskriegsgericht am 27.10.39 wegen Kriegsdienstverweigerung zum Tode verurteilt.“
Einen Tag vor der Vollstreckung des Urteils, am 6. Dezember 1939, schrieb Arno Gäßner aus dem Gefängnis Berlin-Plötzensee einen letzten Brief an seine Frau, seine Kinder und seine Mutter: „Hiermit die letzten, besten Grüße aus Berlin Plötzensee! […] Ich kann Euch nun nicht mehr unterstützen. Meine Lieben! Morgen Donnerstag früh 6 Uhr ist meine letzte Stunde gekommen, mein Lebensblut hinzugeben. Nicht aus bösem Willen, durch Glauben gebe ich es hin. Ich bin aber davon überzeugt, daß der Schöpfer aller Dinge, der auch uns Menschen erschaffen hat Jehova Gott, der allgütig und allmächtig ist, er wird uns wieder zusammen bringen in seinem Königreich unter der gerechten Herrschaft Jesus Christus. Darum weint und klagt nicht, freut euch auf den verheißenen Tag, der dann beendet Leid Kummer und Plage. Meine Lieben! Fürchtet Euch nicht und schaut nicht ängstlich umher, vertraut auf Gott und Euch wird nichts mangeln. Wachet und betet damit Ihr in der kommenden Zeit recht stark seid. Denn es wird sich alles erfüllen wie es in der heiligen Schrift geschrieben steht. […] Nun seid nochmals alle recht herzlich gegrüßt von Eurem lieben Vater und Sohne. […]“
In dem Projekt „Victims of Biomedical Research under National Socialism“ der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina wurde herausgefunden, dass der Leichnam von Arno Gäßner nach dessen Hinrichtung zu Forschungszwecken missbraucht wurde.
(Herrberger: Denn es steht, S. 391; Giggel: Stolperstein in St. Gangloff; JZArchZE, Gäßner, Arno; https://ns-medical-victims.org/victims/5881 [Zugriff am 2.7.2026].)
Gedenkzeichen
Am 25. August 2025 wurde ein Stolperstein für Arno Gäßner vor dem Wohnhaus der Familie in St. Gangloff verlegt. (Giggel: Stolperstein in St. Gangloff.)
In der evangelisch-lutherischen Kirche St. Gangloff ist Arno Gäßners Name auf einer Gedenktafel aufgeführt.