Berlin-Mitte, Untersuchungsgefängnis am Kriminalgericht Moabit
Adresse
Untersuchungsgefängnis am Kriminalgericht Moabit
Wehrmachtuntersuchungsgefängnis
Berlin, Alt Moabit 12a, Deutschland
Informationen zum Ort
Das königliche Untersuchungsgefängnis im Stadtteil Moabit wurde zusammen mit dem alten Kriminalgerichtsgebäude an der Ecke Alt-Moabit/Rathenower Straße in der Zeit von 1877 bis 1881 errichtet und im selben Jahr belegt. Zu diesem Gefängniskomplex gehörten anfangs das sternförmige große Männergefängnis mit fünf panoptischen Flügeln und der großen, mit einer Kuppel überdachten Mittelhalle, das kleine Männergefängnis mit Krankenabteilung, das sogenannte „Weibergefängnis“, ein Küchengebäude, ein Verwaltungsgebäude und ein Beamtenwohnhaus.
Bereits vor der Fertigstellung des neuen Kriminalgerichtsgebäudes in der Turmstraße für das Landgericht 1, 2 und 3 im Jahre 1906 wurde 1905 das Gefängnis 2 (Teilanstalt 2) als Erweiterungsbau der Haftanstalt mit direktem Zugang für Untersuchungsgefangene zum Landgericht bezugsfertig.
Das kleine Männergefängnis wurde 1913 aufgestockt, umgebaut und zum Krankenhaus der Berliner Vollzugsanstalten der Berliner Justiz umgewandelt.
In Zeiten der nationalsozialistischen Diktatur erhielt das Untersuchungsgefängnis ein anderes Gesicht. Viele sich dem Regime Entgegenstellende, aber oftmals auch unpolitische Personen, wurden bereits wegen oppositioneller Äußerungen inhaftiert. Zahlreiche Zeugen Jehovas waren hier inhaftiert.
Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurden große Teile des Anstaltskomplexes beschädigt und das alte Kriminalgerichtsgebäude stark zerstört, woraufhin die Ruine 1953 abgetragen wurde. Die Wiederherstellung des Gefängnisses 2 erfolgte von 1955 bis 1962.
(https://www.berlin.de/justizvollzug/anstalten/jva-moabit/die-anstalt/historie/.)
Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus
Im September 1936 wurde Elisabeth Meyer vom Polizeigefängnis Potsdam in das Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit verlegt. In der Untersuchungshaft bewahrte sie, wie es eine Freundin, die sie mehrfach besuchte, ausdrückte, eine „unerschrockene, aufrechte Stellung den Nazis gegenüber”. (Bersch: Aberkannt, S. 211.)
Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus
Frauen
Anzahl nach aktuellem Forschungsstand: nicht bekannt
Männer
Anzahl nach aktuellem Forschungsstand: nicht bekannt