Emilie Kersten, geb. Bauer
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- Vorname(n)
- Emilie
- Geburtsname
- Bauer
- Nachname
- Kersten
- Geburtsdatum
- 13. Februar 1918
- Geburtsort
- Fürth, Deutschland
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Gottfried Friedrich Bauer (Vater)
- Sofie Bauer, geb. Mathes (Mutter)
- Paul Bauer (Bruder)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Der Glaube ihrer Eltern, Gottfried und Sofie Bauer, prägte die Erziehung von Emilie. Ihr Vater organisierte die Versorgung der Gemeinden in Nordbayern mit verbotener Literatur und humanitärer Hilfe und hielt als reisender Seelsorger Vorträge in ganz Deutschland. 1934 verlobte sich Emilie Bauer mit Paul Kersten aus Wittenberge an der Elbe. Als sie im August 1936 heirateten, sah die Polizei die Hochzeitsfeier als illegale Zusammenkunft der Bibelforscher und nahm die Personalien aller Gäste auf.
Familie Bauer war seit vielen Jahren befreundet mit Familie Keim aus Martinsheim. Nachdem der leitende Seelsorger Kaspar Keim im Juni 1939 beim Grenzübertritt von Holland nach Deutschland von der Gestapo festgenommen worden war, verhörten Gestapostellen im ganzen Reich die Angehörigen und Freunde von Kaspar Keim und seiner Familie. Die Gestapo Stuttgart durchsuchte die Wohnung von Emilie und Paul Kersten und beschlagnahmte „Briefe mit Bibelforscherauslegungen“ an Emilie, die ihr Maria Margarete Keim aus Sommerhausen gesandt hatte. Emilie Kersten wurde mehrmals verhört. Die Beamten protokollierten, sie lasse sich „die Bibel […] nicht rauben, denn was in dieser stehe, sei für sie maßgebend und danach handle sie.“ Eine konspirative Tätigkeit in Zusammenarbeit mit anderen Zeugen Jehovas konnte ihr aber nicht nachgewiesen werden, so dass die Akten nicht an die Strafvollstreckungsbehörden weitergeleitet wurden.
(LAV NRW W, Akte der Staatsanwaltschaft Sondergericht Dortmund, Q 233, Nr. 232, Bd, 2, 3; StAM, LEA 292.)