Karl Walter Siebeneichler
- Vorname(n)
- Karl Walter
- Nachname
- Siebeneichler
- Geburtsdatum
- 31. August 1911
- Geburtsort
- Leipzig, Deutschland
- Todesdatum
- 23. Dezember 1942
- Todesort
- Sachsenhausen, Konzentrationslager
- Verfolgungsbedingte Todesart
- Im Konzentrationslager ums Leben gekommen
- Beruf
- Kaufmann
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Taufe als Bibelforscher vermutlich 1929
Biographische Orte
Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.
Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Karl Josef Siebeneichler (Vater)
- Marie Siebeneichler, geb. Heinrich (Mutter)
- Marie Herta Werner, geb. Siebeneichler (Schwester)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Kommunismus
- Karl Josef Siebeneichler (Vater)
- Marie Siebeneichler, geb. Heinrich (Mutter)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Karl Walter Siebeneichler lernte und arbeitete bei zwei jüdischen Unternehmen in der Innenstadt in Leipzig. Er sprach nach dem Verbot der Zeugen Jehovas 1933 mit anderen Menschen über die Bibel und kam dafür 1935 für acht Monate ins KZ Sachsenburg. Später versorgte er Angehörige der Glaubensgemeinschaft in Leipzig mit biblischer Literatur.
Ab September 1936 wurde Karl Walter Siebeneichler zum Bezirksdiener für Bayern berufen. Er sorgte für den Wiederaufbau der Gruppen und organisierte die Flugblatt-Verteilung der „Luzerner Resolution“ am 12. Dezember 1936 in Bayern. Auch organisierte er den Aufbau eines neuen Bücherlagers in der Prannerstraße 13 in München. Seine Festnahme erfolgte am 4. März 1937 in Augsburg. Nach monatelanger Gestapo-Haft im Wittelsbacher Palais wurde er vom Sondergericht München beim Landgericht München in einer öffentlichen Sitzung am 1. Februar 1938 „wegen eines fortgesetzten Vergehens gegen die Verordnung zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahren und zehn Monaten“ verurteilt. Nach der Haftstrafe im Strafgefängnis St. Georgen in Bayreuth erfolgte am 13. März 1942 die Einlieferung in das KZ Flossenbürg. Eine Überstellung in das KZ Sachsenhausen folgte am 21. November 1942. Dort wurde Karl Walter Siebeneichler im Heinkel-Außenlager im Block 4 untergebracht. Sein Tod erfolgte laut Sterbeurkunde am 23. Dezember 1942 um 1.20 Uhr. Als Todesursache wurde eine Brustfell- und Lungenentzündung angegeben.
(Privatarchiv Rosemarie Werner, Anklageschrift vom 8. Januar 1938; Bibelforscher-Häuptling verurteilt. In: Neue freie Volks-Zeitung aus München Nr. 39/1938.)
Gedenkzeichen
In Leipzig wurden am 28. Juni 2023 vor dem Haus in der Trötzschelstraße 2 vier Stolpersteine in Erinnerung an die Familie Siebeneichler verlegt. (Leipziger Volkszeitung, 29.6.2023, S. 13.)