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Wilhelmine Pötter, geb. Schilling

Vorname(n)
Wilhelmine
Geburtsname
Schilling
Nachname
Pötter
Geburtsdatum
7. September 1893
Geburtsort
Sandershausen, Deutschland
Todesdatum
24. September 1942
Verfolgungsbedingte Todesart
Im Konzentrationslager ums Leben gekommen

Biographische Orte

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Wohnort(e)

Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus

Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus

Wilhelmine Schilling und Justus Pötter heirateten am 5. September 1933. Beide nahmen am 12. Dezember 1936 an einer reichsweiten Flugblattaktion der Zeugen Jehovas teil, wurden danach verhaftet und vor Gericht gestellt. Bei der Sondergerichtsverhandlung beim Landesgericht Kassel am 21. April 1937 wurde Wilhelmine Pötter zu einem Jahr Gefängnis verurteilt und danach in die Kasseler Haftanstalt in der Leipziger Straße eingeliefert.

In einem Brief vom 26. April 1937 schrieb sie an ihren Ehemann, dass sie sich über „die Ruhe und Sicherheit gefreut habe, mit der er das Urteil angenommen hatte“ und schloss mit dem Wunsch: „Und so wollen wir alles in des Herrn Hände legen, dass er uns auch fernerhin führen und leiten möge.“

Am 6. Mai 1938 wurde Wilhelmine Pötter in das KZ Lichtenburg überstellt. Ein Jahr später, im Mai 1939, folgte ihre Verlegung nach Ravensbrück. Aus beiden Lagern konnte sie nur noch Briefe mit wenigen Zeilen schreiben. Alle waren mit dem Hinweis versehen: „Die Schutzhaftgefangene ist nach wie vor hartnäckige Bibelforscherin und weigert sich, von der Irrlehre der Bibelforscher abzulassen. Aus diesem Grunde ist ihr lediglich die Erleichterung, den sonst zulässigen Briefwechsel zu pflegen, genommen worden.“

In einem letzten dokumentierten Lebenszeichen vom Juli 1941 schrieb Wilhelmine Pötter: „[...] habe euren lieben Brief mit großer Freude erhalten, das Herz vor Freud will springen [...].“ Am 24. September 1942 kam sie im KZ Ravensbrück ums Leben.

(Hein: Nie vergessen, S. 37–40.)

Letzter Brief von Wilhelmine Pötter aus dem KZ Ravensbrück
Letzter Brief von Wilhelmine Pötter aus dem Konzentrationslager Ravensbrück, Juli 1941 (UaP).

Gedenkzeichen

Für das Ehepaar Justus und Wilhelmine Pötter wurden am 3. November 2013 in der Wahlershäuser Straße 26 in Kassel-Kirchditmold zwei Stolpersteine verlegt. (Hessische Allgemeine, Kassel, 30.10.2013.)

In Wilhelmine Pötters Geburtsort Sandershausen wurde 1956 die Wilhelmine-Pötter-Straße nach der Zeugin Jehovas benannt. (Hessische Allgemeine, Kassel, 30.10.2013.)

Im Wartehäusschen der Bushaltestelle Wilhelmine-Pötter-Straße erinnern seit 2023 Informationsplakate mit historischen Dokumenten, Bildern und kurzen Texten an Wilhelmine Pötter. (Naumann: Bushaltestelle in Niestetal.)

Am 16. November 2025 wurde im Rathaus Niestetal ein Banner zur Erinnerung an Wilhelmine Pötter eingeweiht, das dauerhaft ausgestellt ist. (Niestetaler Nachrichten, 12.12.2025, S. 8–11.)

Videos

Externes Video · YouTube

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Eine Projektarbeit junger Zeugen Jehovas über Wilhelmine Pötter aus Anlass des 10-jährigen Bestehens des Vereins Stolpersteine in Kassel e. V. Das Video wurde produziert von Wilfried Siegner (Offener Kanal Kassel) und am 5. Juni auf der Website der Mediathek Hessen veröffentlicht. Mit freundlicher Genehmigung des Medienbildungszentrums Hessen.

Externe Medien

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