Marie Siebeneichler, geb. Heinrich
- Vorname(n)
- Marie
- Geburtsname
- Heinrich
- Nachname
- Siebeneichler
- Geburtsdatum
- 1. Januar 1888
- Geburtsort
- Steinschönau, Böhmen (heute: Kamenický Šenov bei Liberec/Tschechische Republik)
- Todesdatum
- 27. Dezember 1963
- Todesort
- Leipzig, Deutschland
- Beruf
- Hausfrau
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Ab 1922 beschäftigte sich die Familie mit der Lehre der Bibelforscher, Taufe als Bibelforscherin vermutlich 1925
Biographische Orte
Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.
Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Karl Josef Siebeneichler (Ehemann)
- Karl Walter Siebeneichler (Sohn)
- Marie Herta Werner, geb. Siebeneichler (Tochter)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Kommunismus
- Karl Josef Siebeneichler (Ehemann)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Marie Siebeneichler beteiligte sich am 12. Dezember 1937 an der Verbreitung der „Luzerner Resolution“ in Leipzig. Sie wurde am 19. Dezember 1936 festgenommen. Ihre Verurteilung zu einem Jahr und neun Monaten Haft erfolgte am 12. Juni 1937 durch das Sondergericht Freiberg im Rahmen eines Bibelforscher-Prozesses, bei dem ab Ende April 1935 insgesamt 186 Personen aus Leipzig und Umgebung angeklagt wurden. Die Verhandlung fand im Landgerichtsgebäude Leipzig statt. Marie Siebeneichler verbüßte ihre Haftzeit in der Straf- und Sicherungsanstalt Waldheim, im Frauengefängnis Cottbus und im Strafgefängnis Leipzig-Kleinmeusdorf.
Am 19. November 1938 wurde sie in das KZ Lichtenburg überstellt. Von dort kam sie am 15. Mai 1939 in das KZ Ravensbrück und erhielt bei der Aufnahme die Häftlingsnummer 1.121. Zusammen mit 400 anderen inhaftierten Zeuginnen Jehovas weigerte sie sich im Dezember 1939 Munitionstaschen zu nähen. Die Frauen mussten daraufhin bei Eiseskälte und Essensentzug Stehstrafen. Eine dreimonatige brutale Behandlung durch den Lagerkommandant Max Koegel folgte.
(Privatarchiv Rosemarie Werner, Anklageschrift vom 5. März 1937; Augenzeugenbericht vom 24. März 1947 an den Rat der Stadt Leipzig/Kommunalabteilung Opfer des Faschismus)
Widerstand und Verfolgung im Kommunismus
1950 wurde Marie Siebeneichler die Aberkennung als „Opfer des Faschismus“ ausgesprochen. Im Rahmen der erneuten Verfolgung von Jehovas Zeugen in der DDR fanden im Haus der Familie Hausdurchsuchungen statt und es wurde Literatur beschlagnahmt. (Privatarchiv Rosemarie Werner, Behördliche Mitteilungen an Marie Siebeneichler aus dem Jahr 1950.)
Gedenkzeichen
In Leipzig wurden am 28. Juni 2023 vor dem Haus in der Trötzschelstraße 2 vier Stolpersteine in Erinnerung an die Familie Siebeneichler verlegt. (Leipziger Volkszeitung, 29.6.2023, S. 13.)