Willy Johe
- Vorname(n)
- Willy
- Nachname
- Johe
- Geburtsdatum
- 27. September 1898
- Geburtsort
- Rastatt, Deutschland
- Todesdatum
- 27. November 1962
- Todesort
- Freiburg, Deutschland
- Verfolgungsbedingte Todesart
- Starb an den Spätfolgen der KZ-Misshandlungen
- Beruf
- Kunstmaler
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Wurde 1931 als Zeuge Jehovas getauft
Biographische Orte
Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.
Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Elise Johe, geb. Neininger (Ehefrau)
- Erich Johe (Sohn)
- Kurt Johe (Sohn)
- Willi Johe (jun.) (Sohn)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Willy Johe und seine Frau beteiligten sich 1936 nicht an der Reichstagswahl. Sie wurden in Folge aus ihrem Haus in der Siedlerstraße in Karlsruhe zwangsausgewiesen und bekamen als neue Wohnung eine Holzbaracke in der Durmersheimer Straße zugewiesen. Die Familie stand unter Beobachtung durch die Gestapo. 1937 kam es zu einer Hausdurchsuchung, die mit der Verhaftung von Willy Johe am 25. Oktober 1937 endete. Bei Verhören durch die Karlsruher Gestapo verweigerte er die Aussage und es dauerte mehrere Monate, bis die Geheimpolizei die nötigen „Geständnisse“ aus ihm herausgepresst hatte. Der Familienvater wurde schließlich in Mannheim inhaftiert und dort durch das Sondergericht Mannheim zu zwei Jahren Haft verurteilt. Für seine drei Söhne wurde vom Amtsgericht Karlsruhe am 13. September 1938 die Schutzaufsicht angeordnet.
Nach der Strafverbüßung in Freiburg und Ulm erfolgte eine „Schutzhaft“ und die Überführung in das KZ Sachsenhausen. Von dort kam er im Februar 1940 in das KZ Neuengamme. 1944 wurde er in das Außenlager Wilhelmshafen verlegt, wo er für den dortigen Kommandanten als Kunstmaler Bilder anfertigen musste.
Zum Kriegsende wurde Willy Johe mit anderen Häftlingen auf den Frachtdampfer Rheinfels verlegt, der in der Ostsee versenkt werden sollte. Die Rheinfels lief aber auf eine Sandbank. Die SS-Mannschaft verließ das Schiff und die Gefangenen wurden durch die Alliierten befreit.
Nach acht Jahren Inhaftierung kehrte Willy Johe 1945 zurück zur Familie. Er setzte sich sofort beim Wiederaufbau der Gemeinde der Zeugen Jehovas in Karlsruhe ein. 1962 verstarb er an den Spätfolgen der in den Konzentrationslagern erlittenen Misshandlungen.
(Stolle: Betrifft, S. 133–135; Banghard: Familie Johe.)
Gedenkzeichen
In Karlsruhe wurde am 31. Oktober 2023 im Neubaugebiet in Oberreut eine Straße nach der Familie Johe benannt. (Banghard: Familie Johe.)