Schwerin, Hindenburgkaserne
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Adresse
Hindenburg-Kaserne
Schwerin, Güstrower Straße 30, Deutschland
Das Grundstück der Hindenburgkaserne befand sich in Schwerin zwischen dem Speicher am Ziegelinnensee und der Möwenburgstraße. Die Kaserne steht heute nicht mehr. Der Abriss begann im Frühjahr 1997 und endete im Frühjahr 1999. (Privatarchiv Falk Bersch, Schreiben Stadtarchiv Schwerin vom 25.4.2024.)
Besonderheiten
Die Hindenburgkaserne in Schwerin war 1945 für mehrere Wochen Unterkunftsort für 131 Zeugen Jehovas, die auf dem Todesmarsch von Sachsenhausen nach Schwerin gelangt waren oder aus verschiedenen KZ-Außenlagern in der Nähe der Stadt befreit wurden. Sie kamen zunächst in der Buchholz-Kaserne unter und wurden am 15. Mai dann in die Hindenburg-Kaserne verlegt. Im Schweriner Stadtarchiv befindet sich eine Namenliste der Männer und Frauen vom Juni 1945 mit einem Schreiben an den Oberbürgermeister der Stadt Schwerin, das die Bibelforscher noch einzukleiden seien, was bedeutet, dass sie zu diesem Zeitpunkt noch ihre KZ-Kleidung trugen.
Am 25. Juni 1945 verließ die Gruppe Schwerin auf einem Treck Richtung Magdeburg mit dem Ziel, das dortige Bibelhaus wiederaufzubauen. Man hatte die Nachkriegsverhältnisse jedoch völlig unterschätzt, so dass nach wenigen Tagen etwa 100 Personen nach Schwerin zurückkehren mussten. Sie wurden am 2. Juli 1945 in ehemalige Privatvillen in der Güstrower Straße 1 und 3 verlegt.
(StASn, R01 Nr. 54; Weinreich: Verachtet, S. 236)