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Mittersill, KZ-Außenlager

Adresse

KZ-Außenlager im Schloss Mittersill
Mittersill, Thalbach 1, Österreich

Informationen zum Ort

Im burgähnlichen Schloss Mittersill im salzburgischen Pinzgau befand sich zwischen August 1943 und Mai 1945 eine SS-eigene Forschungseinrichtung, das sogenannte Sven-Hedin-Institut für Innerasienforschung, eine Unterabteilung des Vereins Ahnenerbe.

Am 24. März 1944 wurden 15 Zeuginnen Jehovas aus dem KZ Ravensbrück – zwölf Frauen stammten aus Deutschland, je zwei aus Polen und dem Protektorat Böhmen und Mähren – ins Schloss Mittersill überstellt. Ende März wurden neun Frauen ins Schloss Lannach in der Steiermark weitertransportiert. Die sechs verbliebenen Häftlinge, fünf der Bibelforscherinnen waren Deutsche und eine Frau kam aus Polen, wurden hauptsächlich zu Reinigungsarbeiten und anderen Tätigkeiten im Innendienst eingesetzt. Das KZ-Außenlager unterstand zunächst dem KZ Ravensbrück, spätestens im Juli 1944 wurde es dem KZ Mauthausen zugeordnet.

Am 8. Mai 1945 erfolgte die Befreiung durch eine US-Infanteriedivision und die Frauen wurden ins befreite KZ Mauthausen gebracht. Ottilie Weber, kehrte daraufhin wieder ins Schloss Mittersill zurück, wo sie noch einige Zeit als Reinigungskraft arbeitete.

(Perz: Schloss Mittersill; Gsell/Jakli: Jehovas Zeugen im KZ Mauthausen, S. 5, 9, 12, 32, 34, 42f.)

Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus

15

Frauen

Anzahl nach aktuellem Forschungsstand

Gedenkzeichen

Es gibt heute im Schloss kein öffentliches Gedenkzeichen, dass an das KZ-Außenlager erinnert.

Von Juni bis Oktober 2025 erinnerte im Felberturm Museum Mittersill die Sonderausstellung „Ein sensibler Blick - zurück? Mittersill 1938–1945“ auch an die Zeuginnen Jehovas im KZ-Außenlager Schloss Mittersill.

Ausstellungstafel mit der Überschrift "Forschung, institutionelle Verflechtungen, Zwangsarbeit"
Ausstellungstafel der Sonderausstellung „Ein sensibler Blick - zurück? Mittersill 1938–1945“, die 2025 im Felberturm Museum Mittersill gezeigt wurde. Die Tafel über das Schloss Mittersill in der Zeit des Nationalsozialismus erinnert auch an die dort inhaftierten Zeuginnen Jehovas (Verein Lila Winkel).

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