Regensburg, Strafanstalt
Adresse
Strafanstalt Regensburg
Regensburg, Augustenstraße 4 (heute Friedrich-Niedermayer-Str. 34), Deutschland
Informationen zum Ort
Die Strafanstalt Regensburg wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts direkt neben dem Regensburger Gerichtsgebäude im Neorenaissancestil errichtet. 1902 wurde das Gefängnis als „Königlich Bayerisches Landgerichtsgefängnis Regensburg“ eröffnet und bot Platz für gut 250 Gefangene.
Sie unterstand als einzige Strafanstalt in Bayern bis 1945 dem Leiter der Staatsanwaltschaft Regensburg. Die Anstalt wurde als Polizei- oder Landgerichtsgefängnis bezeichnet, im Volksmund auch als „Augustenburg“. Mit der Instrumentalisierung der Justiz im Nationalsozialismus wurden nicht nur reguläre Straftäter, sondern zunehmend politische und ideologische Gegner des Regimes dort inhaftiert, wie Kommunisten, Sozialdemokraten und Regensburger jüdischer Herkunft. Mindestens 15 Zeuginnen und Zeugen Jehovas aus Regensburg und anderen Orten befanden sich hier in Polizeihaft oder „Schutzhaft“, wurden verhört oder verbüßten eine Gefängnisstrafe, die von einem Gericht verhängt wurde.
Ein weiteres Polizeigefängnis in Regensburg ist nicht bekannt. In den Gefangenenbüchern des Landgerichtsgefängnisses Regensburg wird erwähnt, dass Verhaftete von der Gestapo gebracht wurden, nicht aber, ob sie zuvor anderswo inhaftiert gewesen waren.
(Simon-Pelanda/Breedlove: Widerstand, S. 260, 274, 281, 287, 291, 319 f.; StAAm, Akte JVA Regensburg 286, Haftbuch.)
Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus
Frauen
- Helene Aufleger
- Katharina Fehlner
- Therese Fichtl, geb. Amann
- Katharina Knoll
- Therese Märkl
- Maria Oswald, geb. Schillinger
- Maria Waller, geb. Eder
- Maria Waller, geb. Niedermair
- Pauline Württenberger, geb. Schwind
Männer
- Alois Geserer
- Heinrich Lutterbach
- Johann Pöppl
- Ernst Reiter
- Marian Smolen
- Wolfgang Waller