Lörrach, Luisenstraße 35
Adresse
Wohnort von Familie Denz
Lörrach, Luisenstraße 35, Deutschland
Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus
Nach dem Verbot der Zeugen Jehovas am 15. Mai 1933 in Baden engagierte sich die Familie Denz weiter für ihre religiöse Überzeugung. Sie bot den von der Gestapo gesuchten leitenden Predigern der im Untergrund tätigen Religionsgemeinschaft auf ihren Besuchen eine Unterkunft. Ein im gleichen Haus lebendes Ehepaar denunzierte die Familie wegen der häufigen Beherbergungen bei der Gestapo, die bei einer Observation allerdings nichts Verdächtiges feststellen konnte.
Alle 14 Tage unternahm Familie Denz einen „Wochenendausflug“ in das benachbarte schweizerische Bettingen, um die im Bibelhaus Bern gedruckte Literatur der Zeugen Jehovas abzuholen und nach Deutschland zu schmuggeln. So entstand in ihrer Wohnung ein Literaturdepot. Nach der Verhaftung von Oskar und Anna-Maria Denz im Februar 1938 fand die Gestapo bei einer Hausdurchsuchung über 500 Exemplare von verbotenen Schriften. Das Versteck in einem Hohlraum der Zimmerdecke mit über 100 weiteren Büchern und Broschüren fand sie jedoch nicht. Dieses wurde erst im August 2025 bei der Kernsanierung des Hauses durch eine Baufirma entdeckt.
(Michel: Ein junges Mädchen; Schwarzwälder Bote, 14.08.2025; Watch Tower Society: Ein Fund in Lörrach.)
Gedenkzeichen
Am 24. September 2020 wurden in der Stadt Lörrach von dem Künstler Gunter Demnig im Beisein von Oberbürgermeister Jörg Lutz die ersten acht Stolpersteine verlegt. Dazu gehörten auch drei Stolpersteine für Oskar, Anna-Maria und Anna Denz vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie in der Luisenstraße 35. (Gebauer: Das mutige Mädchen.)