Friedrich Scheutzow
- Vorname(n)
- Friedrich
- Nachname
- Scheutzow
- Geburtsdatum
- 15. September 1887
- Geburtsort
- Köslin, Pommern (heute: Koszalin/Polen)
- Todesdatum
- 8. Oktober 1959
- Todesort
- Berlin-West
- Verfolgungsbedingte Todesart
- an Haftfolgen verstorben
- Beruf
- Eisenbahner
Biographische Orte
Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.
Wohnort(e)
- Wriezen, Adresse unbekannt
- Wriezen, Wohnort Pützmann und Scheutzow, Deutschland
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Anna Pützmann (Schwiegermutter)
- Lotty Scheutzow, geb. Pützmann (Ehefrau)
- Kurt Pützmann (Schwager)
- Elisabeth Pützmann, geb. Radomsky (spätere Schwägerin)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Kommunismus
- Lotty Scheutzow, geb. Pützmann (Ehefrau)
- Kurt Pützmann (Schwager)
- Elisabeth Pützmann, geb. Radomsky (spätere Schwägerin)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Friedrich und Lotty Scheutzow zogen 1935 von Pommern nach Wriezen in Brandenburg und entzogen sich so weiterer Nachstellungen durch die Gestapo, die zur Verhaftung geführt hätten. Beide wurden in der Zeit des Nationalsozialismus anscheinend nicht verhaftet. Friedrich Scheutzow hatte als Lokführer in Frankreich gearbeitet. (Bersch: Aberkannt, S. 212, 217.)
Widerstand und Verfolgung im Kommunismus
Ab 1945 leitete Friedrich Scheutzow zusammen mit Kurt Pützmann die Gruppe der Zeugen Jehovas in Wriezen. Die Zusammenkünfte fanden in der Wohnung der Familie statt. Anfang Juni 1950 gab es eine erste Hausdurchsuchung durch die VP. Am 30. August 1950 wurde Friedrich Scheutzow verhaftet und am 6. Februar 1951 durch die Große Strafkammer des Landgerichts Eberswalde mit Kurt Pützmann zu einer langjährigen Zuchthausstrafe verurteilt. Die Einstellung der Angeklagten wurde vom Gericht als besonders schwerwiegend eingestuft, da sie den Inhalt der bei ihnen gefundenen verbotenen Literatur nicht als hetzerisch, sondern als die Realität wiedergebend betrachteten. Und obwohl sie die Anfertigung von „Gebietskarten“, die die Zeugen Jehovas in ihrem Missionsdienst als Orientierungshilfe nutzten, bestritten, wurde ihnen dies zur Last gelegt und als Spionage ausgelegt.
Am 20. März 1957 wurde Friedrich Scheutzow vorzeitig entlassen. Er war zu diesem Zeitpunkt schwerkrank und hatte in der Haft einige Schlaganfälle erlitten. Die letzten Monate hatte er im Haftkrankenhaus Leipzig-Meusdorf gelegen. Nun musste er zu Hause gepflegt werden. Nach nur zweieinhalb Jahren starb er am 8. Oktober 1959.
(Bersch: Aberkannt, S. 221, 223–225.)