Elisabeth Bauer, geb. Bauroth
- Vorname(n)
- Elisabeth
- Geburtsname
- Bauroth
- Nachname
- Bauer
- Geburtsdatum
- 31. August 1920
- Geburtsort
- Bermbach, Deutschland
- Todesdatum
- 15. Juni 2009
- Todesort
- Bermbach, Deutschland
- Beruf
- Schülerin, Hausfrau
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Durch Familie mit Jehovas Zeugen verbunden, Taufe 1946
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Auguste Schad, geb. Wagner (Großmutter)
- Emma Thiel, geb. Schad (Mutter)
- Ernst Avemarg (Onkel)
- Hilde Avemarg, geb. Schad (Tante)
- Hilda Marr, geb. Wagner (Tante)
- Eduard Bauer (Ehemann)
- Willy Thiel (2. Ehemann der Mutter)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Kommunismus
- Emma Thiel, geb. Schad (Mutter)
- Eduard Bauer (Ehemann)
- Willy Thiel (2. Ehemann der Mutter)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
In der Schule Ablehnung des Hitlergrußes und offenes Bekenntnis zu ihrem Glauben, in Folge Disziplinarmaßnahmen, Drangsalierungen und Mobbing. Teilnahme mit der Familie an verbotenen religiösen Zusammenkünften.
1938 und 1941 Verhaftung der Mutter Emma Bauroth. Aufgrund eines körperlichen Leidens wurde Elisabeth Bauroth nicht zum Reichsarbeitsdienst eingezogen.
(Bersch: Aberkannt, S. 149–166.)
Widerstand und Verfolgung im Kommunismus
1947 Heirat mit dem KZ-Überlebenden Eduard Bauer, der 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht und 1950 vom MfS erneut verhaftet wurde.
Elisabeth Bauer leitete in der Haftzeit ihres Mannes die Zusammenkünfte von Jehovas Zeugen in Bermbach. Sie beteiligte sich an Kurierfahrten nach Westberlin. Auf einer Kurierfahrt am 26. Dezember 1952 wurde sie zusammen mit Hilde Kührt verhaftet und es wurde Literatur der Religionsgemeinschaft bei ihnen gefunden. Nach ersten Verhören durch das MfS in Suhl Einlieferung in die Untersuchungshaftanstalt Suhl und die Untersuchungshaftanstalt Meiningen. Auf der Fahrt zum Prozess am 12. März 1953 verunglückte der Gefangenentransporter und beide Frauen wurden schwer verletzt. Am 17. März 1953 wurden sie in der Untersuchungshaftanstalt Suhl, wieder als „verhandlungsfähig“ eingestuft.
Am 2. April 1953 verurteilte das Bezirksgericht Suhl in Meiningen Elisabeth Bauer zu vier Jahren Zuchthaus. Sie wurde am selben Tag von der Untersuchungshaftanstalt Meiningen in die StVA Altenburg verlegt. Über Leipzig kam sie wenige Wochen später in die StVA Waldheim. Aufgrund von Haftentlassungen um den 17. Juni 1953 wurde Elisabeth Bauer am 18. Juli 1953 vorzeitig entlassen. Danach stand sie weiter unter Beobachtung durch Staatssicherheit und Volkspolizei.
(Bersch: Aberkannt, S. 149–166.)
Gedenkzeichen
In Bermbach befindet sich seit 1993 auf dem ehemaligen Grundstück der Familien Thiel und Bauer Bermbacher Hauptstraße 25 a ein Königreichssaal von Jehovas Zeugen. (Bersch: Aberkannt, S. 166.)