Bermbach, Bermbacher Hauptstraße 25
Adresse
Wohnort von Auguste Schad geb. Wagner, Emma Thiel geb. Schad, Ernst Avemarg, Hilde Avemarg geb. Schad, Elisabeth Bauer geb. Bauroth, Eduard Bauer und Willy Thiel
Königreichssaal der Zeugen Jehovas (seit 1993)
Bermbach, Bermbacher Hauptstraße 25 a (früher: Hauptstraße 25), Deutschland
Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus
Im Haus in der damaligen Hauptstraße 25 in Bermbach lebten die Familien Schad (Auguste Schad), Bauroth (Emma Bauroth und Tochter Elisabeth) und Avemarg (Ernst und Hilde Avemarg), die sich allesamt zu den Zeugen Jehovas bekannten. In den Wohnungen der Familien – insbesondere bei Avemargs – fanden auch nach dem Verbot von Jehovas Zeugen 1933 weiterhin religiöse Zusammenkünfte statt, an denen auch Zeugen Jehovas aus anderen Orten, die sich als Besucher der Familien ausgaben, teilnahmen.
Nach Weigerung der Familienmitglieder an der Reichstagswahl vom 29. März 1936 teilzunehmen, umstellten SA und SS das Haus und einzelne Bewohner wurden vorübergehend in Schutzhaft genommen.
Anlässlich der Volksabstimmung am 10. April 1938 wiederholte sich die Aktion. Nach Verweigerung der Teilnahme wurde das Haus am 14. April 1938 umstellt und einzelne Bewohner verhaftet.
(Bersch: Aberkannt, S. 149–154.)
Widerstand und Selbstbehauptung im Kommunismus
Nach 1945 war das Haus Wohnort der Familien Thiel (Emma und Willy Thiel) und Bauer (Elisabeth und Eduard Bauer) und blieb ein zentraler Ort für die Tätigkeit der Zeugen Jehovas in Bermbach. Wiederholt sind in den Unterlagen des MfS Berichte zu finden, die die Beobachtung und Überwachung der Bewohner belegen. (Bersch: Aberkannt, S. 159–165.)