Emma Thiel, geb. Schad
- Vorname(n)
- Emma
- Geburtsname
- Schad
- Nachname
- Thiel
- 1. Ehename
- Bauroth
- Geburtsdatum
- 7. Januar 1899
- Geburtsort
- Bermbach, Deutschland
- Todesdatum
- 4. Mai 1986
- Todesort
- Attendorn, Deutschland
- Beruf
- Hausfrau
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Besuch der Zusammenkünfte von Jehovas Zeugen ab 1932, Taufe im KZ Ravensbrück
Biographische Orte
Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.
Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Auguste Schad, geb. Wagner (Mutter)
- Hilde Avemarg, geb. Schad (Schwester)
- Ernst Avemarg (Schwager)
- Hilda Marr, geb. Wagner (Cousine)
- Elisabeth Bauer, geb. Bauroth (Tochter)
- Eduard Bauer (Schwiegersohn)
- Willy Thiel (2. Ehemann)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Kommunismus
- Elisabeth Bauer, geb. Bauroth (Tochter)
- Eduard Bauer (Schwiegersohn)
- Willy Thiel (2. Ehemann)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Emma Bauroth beteiligte sich 1933 an der Verbreitung der Broschüre „Die Krise“, worauf eine Hausdurchsuchung stattfand. Sie nahm auch an der Protestzusammenkunft am 7. Oktober 1934 sowie an weiteren verbotenen religiösen Zusammenkünften in Bermbach teil. Trotz mehrfachen Aufforderungen, an der Reichstagswahl am 29. März 1936 und der Volksabstimmung am 10. April 1938 teilzunehmen, verweigerte Emma Bauroth dies. Daraufhin wurde am 14. April 1938 die Wohnung der Familie durch SS und SA umstellt und unter Rufen wie „Heraus mit den Lumpen” Emma Bauroth und ihre Mutter Auguste Schad sowie weitere Verwandten in „Schutzhaft“ genommen. Emma Bauroth wurde mit anderen Zeugen Jehovas zunächst in das Gerichtsgefängnis Schmalkalden überführt. Emma Bauroth wurde bis zum 16. April 1938 im Gerichtsgefängnis Schmalkalden inhaftiert. Ihr Verhalten hatte Bürgermeister Karl Wagner als Gefährdung der Volksgemeinschaft bezeichnet.
Nach der Entlassung aus der Haft gab es weitere Übergriffe durch SS und SA vor dem Wohnhaus der Familie, so wurden Fensterscheiben eingeschlagen. In den frühen Morgenstunden des 17. April 1938 erfolgte eine erneute Einlieferung in das Gerichtsgefängnis Schmalkalden, von dort kam Emma Bauroth am selben Tag in das Polizeigefängnis Schmalkalden. Später wurde sie wieder freigelassen.
Im März 1941 weigerten sich Emma Bauroth und Hilde Marr anlässlich einer Luftschutzübung den Hitlergruß zu entbieten, woraufhin sie am 23. März 1941 verhaftet und zunächst in das Gerichtsgefängnis Schmalkalden, später in das Polizeigefängnis Schmalkalden gebracht wurden. Emma Bauroth kam von dort in das Polizeigefängnis Kassel Königstor und nach etwa vier Monaten von dort in das Arbeitserziehungslager Breitenau. Von dort wurde Emma Bauroth am 2. Februar 1942 in das KZ Ravensbrück überstellt. Nach der Befreiung lernt sie im ehemaligen KZ Ravensbrück ihren späteren zweiten Ehemann Willy Thiel kennen. Nach der Befreiung im April 1945 kehrte Emma Bauroth in ihre thüringische Heimat nach Bermbach zurück.
(Bersch: Aberkannt, S. 149–155, 157; Bersch: Von Opfern des Faschismus; Krause-Schmitt/Koch: Heimatgeschichtlicher Wegweiser, Bd. 8, S. 250.)
Widerstand und Verfolgung im Kommunismus
1948 heiratete Emma Bauroth den KZ-Überlebenden Willy Thiel. Am 25. Oktober 1950 erfolgte eine Hausdurchsuchung und Verhaftung ihres Ehemannes. Willy Thiel wurde am 15. Oktober 1951 zu sechs Jahren Zuchthaus und noch einmal am 9. März 1962 zu sieben Jahren und sechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Emma Thiel stand unter Beobachtung durch das MfS. Ihr Ehemann wurde im Oktober 1965 durch die Bundesrepublik freigekauft, sie konnte ein Jahr später in den Westen nachziehen. Das Ehepaar lebte in Baden-Württemberg. Selbst dort wurden sie 1973 durch einen Informellen Mitarbeiter des MfS bespitzelt. (Bersch: Aberkannt, S. 158, 162; Bersch: Von Opfern des Faschismus.)
Gedenkzeichen
In Bermbach befindet sich seit 1993 auf dem ehemaligen Grundstück der Familien Thiel und Bauer Bermbacher Hauptstraße 25 a ein Königreichssaal von Jehovas Zeugen. (Bersch: Aberkannt, S. 166.)