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Eduard Bauer

Vorname(n)
Eduard
Nachname
Bauer
Geburtsdatum
19. Oktober 1912
Geburtsort
Zella-Mehlis, Deutschland
Todesdatum
10. Juni 1996
Todesort
Bermbach, Deutschland
Beruf
Kaufmännischer Angestellter
Erstkontakt und/oder Taufe
Im Mai 1935 als Zeuge Jehovas getauft.

Biographische Orte

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Wohnort(e)

Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus

Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Kommunismus

Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus

1936 nach Verhaftung seines Arbeitgebers Ernst Avemarg auf Veranlassung der Deutschen Arbeitsfront aus dem Betrieb in Bermbach wegen seiner Religionszugehörigkeit fristlos entlassen.

Musterung 1940 und zunächst von seiner neuen Arbeitsstelle in Zella-Mehlis als „unabkömmlich“ eingestuft. Im Mai 1941 Vorladung zur Gothaer Gestapo im Büro in Zella-Mehlis, wo Eduard Bauer den Hitlergruß verweigerte. Daraufhin Schutzhaft ab 6. Mai 1941. Am 12. Mai 1941 erhielt Eduard Bauer den Einberufungsbefehl, am nächsten Tag wurde er in die Gestapo-Zentrale nach Weimar überführt und verhört. Er verweigerte den Kriegsdienst.

Am 7. Juni 1941 Einlieferung als Polizeihäftling in das KZ Buchenwald, erst Mitte November 1941 dort der SS übergeben und Einstufung als Bibelforscher.

Überstellung in das Männerlager Ravensbrück am 13. März 1942, in das KZ Auschwitz am 28. Oktober 1944, wo er Ende des Jahres eintraf. Rückkehr nach Ravensbrück wahrscheinlich am 23. Januar 1945, wo er im April die Befreiung erlebte. Nach einem mehrwöchigen Aufenthalt im ehemaligen KZ-Außenkommando Hartzwalde kehrte er nach Thüringen zurück.

(Bersch: Aberkannt, S. 149–157.)

Widerstand und Verfolgung im Kommunismus

Nach der Rückkehr verantwortlich für den Wiederaufbau der Gruppen in Zella-Mehlis und Bermbach. Und Betreuung einer neugegründeten Gruppe in Benshausen.

Im November 1945 bei einer Zusammenkunft in Bermbach Verhaftung von Eduard Bauer durch sowjetische Soldaten und eine Woche Haft in der sowjetischen Kommandantur in Steinbach-Hallenberg. 1947 heiratet er Elisabeth Bauroth und es erfolgt sein Umzug von Zella-Mehlis nach Bermbach.

Verhaftung durch das MfS am 26. September 1950 und Inhaftierung im Gerichtsgefängnis Suhl. Verurteilung in Suhl durch das Landgericht Meiningen am 23. November 1950 zu sechs Jahren Zuchthaus. Strafverbüßung in der StVA Untermaßfeld. Entlassung am 5. Oktober 1956. Am 18. Juni 1953 erfolgte die Aberkennung des Status als Verfolgter des Naziregimes.

Im Mai 1961 legte das MfS eine „Vorlauf-Operativ-Akte“ zu den Zeugen Jehovas in Bermbach und Steinbach-Hallenberg an, Eduard Bauer und sein Schwiegervater Willy Thiel waren zwei der Personen, die beobachtet wurden. Die Staatssicherheit führte mit ihnen „Gespräche“, verhängte Postkontrollen und setzte Geheime Informanten auf sie an. Als Resultat wurde Willy Thiel verhaftet.

Für das Jahr 1974 ist nachgewiesen, dass Eduard Bauer Literatur der Glaubensgemeinschaft aus Westdeutschland erhielt.

(Bersch: Aberkannt, S. 158–166.)

Passfoto von Eduard Bauer, 1985.
Eduard Bauer, ca. 1985 (JZArchZE, DDR-Führerschein vom 11.1.1985).

Gedenkzeichen

In Bermbach befindet sich seit 1993 auf dem ehemaligen Grundstück der Familien Thiel und Bauer Bermbacher Hauptstraße 25 a ein Königreichssaal von Jehovas Zeugen. (Bersch: Aberkannt, S. 166.)

Externe Medien

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