Martin Weinhold
- Vorname(n)
- Martin
- Nachname
- Weinhold
- Geburtsdatum
- 24. Februar 1909
- Geburtsort
- Großburgk, (heute: Freital-Burgk), Deutschland
- Todesdatum
- 28. April 1943
- Todesort
- Brandenburg-Görden, Zuchthaus
- Verfolgungsbedingte Todesart
- hingerichtet
- Beruf
- Feinmechaniker
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Martin Weinhold kam aufgrund seiner Überzeugung als Zeuge Jehovas schon früh mit den nationalsozialistischen Machthabern in Konflikt. Er wurde festgenommen und am 8. Oktober 1935 in das Konzentrationslager Sachsenburg bei Frankenberg/Sachsen eingeliefert. Der Lagerkommandant Bernhard Schmidt urteilte über ihn: „W. wird sich als verstockter Bibelforscher wohl kaum ändern.“ Am 22. Mai 1936 entließ man Martin Weinhold aus dem KZ. Später wurde er aufgrund seiner Tätigkeit als Zeuge Jehovas erneut festgenommen. Am 1. September 1938 gelangte er in das Zuchthaus Bautzen und wurde bis Juni 1940 in verschiedenen Außenlagern eingesetzt.
„Jetzt, wo ich diese Zeilen Dir schreibe, sind noch einige Stunden bis 18 Uhr, und [...] bin ganz gefaßt. […] Gott mit Dir bis wir uns Wiedersehen!“
Im November 1942 erhielt er eine Einberufung als Schütze zur Wehrmacht auf den Truppenübungsplatz Heuberg. Da er den Dienst verweigerte, überstellte man ihn in das Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit und klagte ihn am 15. November 1942 vor dem Reichskriegsgericht wegen „Zersetzung der Wehrkraft“ an. Vor der Hauptverhandlung brachte man ihn zur Begutachtung auf seinen Geisteszustand in die Psychiatrische Abteilung der Wehrmacht nach Berlin-Buch. Am 23. März 1943 fand schließlich die Hauptverhandlung vor dem 4. Senat des Reichskriegsgerichts statt. Da Martin Weinhold standhaft bei seiner Überzeugung blieb, verurteilte man ihn zum Tode. Das Urteil wurde am 2. April 1943 rechtskräftig. Am 28. April überstellte man ihn von Berlin-Moabit in das Zuchthaus Brandenburg-Görden und dort wurde er am gleichen Tag um 18 Uhr durch das Fallbeil hingerichtet.
In einem Abschiedsbrief an seine Frau schrieb Martin Weinhold am 28. April 1943: „Dieses, mein Lieb, kann ich Dir in dieser Stunde bekennen, niemals habe ich die Gnade unseres Schöpfers und seine große Liebe so gefühlt als in den letzten Tagen, ja jetzt kann ich sagen, in den letzten Stunden. […] Jetzt, wo ich diese Zeilen Dir schreibe, sind noch einige Stunden bis 18 Uhr, und ich habe auch eine Bibel noch mal bekommen und bin ganz gefaßt. […] Gott mit Dir bis wir uns Wiedersehen!“
(ITS Arolsen Archives, Teilbestand 1.1.37 / Sign. 8145699, Konzentrationslager Sachsenburg, Häftlingsbeurteilungen, Teilbestand 1.2.2.1 / Sign. 8195100, Zuchthaus Brandenburg, Zugangslisten, Sign. 4662001, Auszüge aus Sterbebüchern; Freitaler Anzeiger, Jg. 24, Ausg. 5, 8.3.2024, S. 18; Herrberger: Denn es steht, S. 417; Sächsische Zeitung, 19.3.2024; Wrobel: Auf Wiedersehen, S. 305.)
Gedenkzeichen
Am 18. März 2024 wurde am ehemaligen Wohnort von Martin Weinhold in Freital-Pesterwitz, Freitaler Str. 5 b, ein Stolperstein verlegt.