Elfriede Hupperts, geb. Gesink
- Vorname(n)
- Elfriede
- Geburtsname
- Gesink
- Nachname
- Hupperts
- Geburtsdatum
- 29. August 1903
- Geburtsort
- Heiligenhaus, Deutschland
- Todesdatum
- 24. Januar 1992
- Todesort
- Wermelskirchen, Deutschland
- Beruf
- Hausangestellte, Büroangestellte, Fabrikarbeiterin
- Erstkontakt und/oder Taufe
- 1924 als Bibelforscherin getauft
Biographische Orte
Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.
Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Heinrich Hupperts (Ehemann)
- Heinrich Gesink (Bruder)
- Theodor Gesink (Bruder)
- Johanne Gesink (Schwester)
- Mathilde Pahnke, geb. Gesink (Schwester)
- Hanna Hupperts (Tochter)
- Esther Smolich, geb. Hupperts (Tochter)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Elfriede Gesink lernte als 20-jährige Hausangestellte im Haus von Otto Brosius den Glauben der Bibelforscher kennen. Sie heiratete 1929 Heinrich Hupperts, einen Freund der Familie Brosius. Ihr Ehemann war 1937 sieben Monate wegen seiner Glaubensüberzeugung inhaftiert. Laut Anklageschrift lernte Elfriede Hupperts 1941/42 in der Wohnung ihres Bruders Theodor Gesink die Zeugin Jehovas Mathilde Hengeveld kennen, die ihr in der ersten Jahreshälfte 1943 mehrfach „jeweils drei Wachttürme, drei Mitteilungsblätter und drei Briefe von Schutzhäftlingen“ übergab. Laut Anklage lähmte Elfriede Hupperts durch den Erhalt der Schriften „öffentlich den Willen des deutschen Volkes zur wehrhaften Selbstbehauptung“.
Am 2. Juni 1944 wurde Elfriede Hupperts in Wermelskirchen verhaftet, wobei sie ihre sieben und 13 Jahre alten Töchter zurücklassen musste. Vier Tage später wurde sie in das Gefängnis nach Remscheid gebracht. Am 6. September 1944 beantragte der Generalstaatsanwalt die inzwischen zum Tode verurteilte Mathilde Hengeveld als Zeugin zum Gerichtstermin von Elfriede Hupperts in Hamm vorzuladen, wo sie am 9. Dezember 1944 eintraf. Elfriede Hupperts befand sich ab dem 30. November 1944 im Gerichtsgefängnis Hamm und wurde am 15. Dezember 1944 wegen Wehrkraftzersetzung zu 39 Monaten Haft verurteilt. Drei Tage nach ihrer Verurteilung wurde sie zunächst nach Berlin - hier aller Wahrscheinlichkeit in die Barnimstraße - verlegt. Mathilde Hengeveld begleitete sie auf dem Transport und wurde am 12. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee enthauptet.
Am 5. Januar 1945 kam Elfriede Hupperts in die Haftanstalt Cottbus. Am gleichen Tag starb ihre 13-jährige Tochter Hanna an Diphtherie. Elfriede Hupperts durfte an der Beerdigung teilnehmen - ihre Hände blieben dabei gefesselt. Sie litt noch lange darunter, dass sie ihrer Tochter in der Zeit der Krankheit nicht beistehen konnte. Schließlich wurde Elfriede Hupperts am 11. Februar 1945 nach Leipzig-Kleinmeusdorf überstellt, wo sie bis zum 11. Mai 1945 in Haft blieb.
(Krüger: Eine Bibel, S. 29–31.)