Hamm, Oberlandesgericht mit Gerichtsgefängnis
Adresse
Oberlandesgericht Hamm mit Gerichtsgefängnis
Hamm, Friedrichsplatz (heute Theodor-Heuss-Platz), Deutschland
Informationen zum Ort
Das Oberlandesgerichts Hamm bezog 1894 am Friedrichsplatz ein neuerrichtetes Gebäude mit Gerichtsgefängnis.
Nach 1933 entwickelte sich die Justiz des Oberlandesgerichtsbezirks Hamm zu einer Stütze der nationalsozialistischen Diktatur. Bis 1945 verurteilten allein die politischen Strafsenate des Oberlandesgerichts Hamm mehr als 15.000 Regimegegner wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ oder - nach Kriegsbeginn - auch wegen „Wehrkraftzersetzung“ zu langjährigen Zuchthausstrafen. Ähnlich hart bestraften die dem Oberlandesgericht unterstehenden Sondergerichte in Bielefeld, Dortmund, Essen und Hagen weitere ca. 12.000 Angeklagte wegen „Heimtückevergehen“ oder als „Volksschädlinge“ bzw. „Kriegswirtschaftsverbrecher“. Das Oberlandesgericht Hamm und die Sondergerichte verhängten in dieser Zeit mindestens 350 Todesurteile.
Anfang des Jahres 1945 kam der Dienstbetrieb völlig zum Erliegen. Das Oberlandesgerichtsgebäude wurde durch die Kriegseinwirkungen weitgehend zerstört. Nach Kriegsende kam es zum Wiederaufbau. 1959 zog das Oberlandesgericht in einen Neubau an der Heßlerstraße.
(Nubbemeyer: Chronik, S. 11, 15–19.)
Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus
Frauen
Anzahl nach aktuellem Forschungsstand: nicht bekannt
Männer
Anzahl nach aktuellem Forschungsstand: nicht bekannt
- Anton Cretnik
- Herbert Herold
- Heinrich Hupperts
- Friedrich Stoffels