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Friedrich Schütters

Vorname(n)
Friedrich
Nachname
Schütters
Geburtsdatum
21. April 1895
Geburtsort
Emmerich am Rhein, Deutschland
Todesdatum
30. September 1960
Todesort
Wermelskirchen, Deutschland
Beruf
Schlosser
Erstkontakt und/oder Taufe
Ab 1933 Kontakt mit Zeugen Jehovas

Biographische Orte

Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.

Wohnort(e)

Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus

Friedrich Schütters war - obwohl noch gar nicht als Zeuge Jehovas getauft - nach dem Verbot der Religionsgemeinschaft für diese als Kurier tätig. Am 17. November 1937 wurde er in seiner Wohnung in Opladen verhaftet und dabei u. a. zwei Bibeln, ein Gesangbuch und das Buch „Der Weg zum Paradiese“ beschlagnahmt. Bei seiner Verhaftung gab er zu Protokoll: „Ich bin überzeugter Anhänger der hl. Schrift für Jehova. Ich bin auch heute noch so eingestellt, denn ich habe dem Schöpfer einen Treueeid geleistet und möchte denselben nicht brechen.“

Auf drei Fotos der Polizei in Wuppertal sieht man einen über 40jährigen Mann einmal von der Seite, einmal von vorn und einmal mit Hut.
Friedrich Schütters, Polizeifoto 1937 (LAV NRW R, RW 58 Nr. 41677, Bl. 1 R).

Friedrich Schütters verbrachte die ersten beiden Monate seiner Haft in Remscheid. Obwohl das Amtsgericht Wermelskirchen das Verfahren gegen ihn am 7. Januar 1938 einstellte, wurde er am 22. Januar 1938 zusammen mit Friedrich Brosius und Karl Ohm, die am gleichen Tag verhaftet worden waren, in das Konzentrationslager Buchenwald überführt und erhielt dort die Häftlingsnummer 2.614. Er wurde zur Zwangsarbeit in der Ziegelei eingesetzt. Im Lager wurde er getreten, mit Gewehrkolben geschlagen und an den ausgerenkten Armen 45 Minuten an den berüchtigten Marterpfahl gehängt. Durch die Misshandlungen nahm sein linkes Trommelfell Schaden, so dass er einseitig das Gehör verlor.

Als gelernter Schlosser gehörte Friedrich Schütters am 25. Mai 1940 zu einer Gruppe von 100 Zeugen Jehovas, die von Buchenwald zur Wewelsburg bei Paderborn überstellt wurden, damals noch ein Nebenlager des KZ Sachsenhausen, wo er die Häftlingsnummer 25.306 erhielt. In dieser Zeit (Februar bis August 1940) waren Jehovas Zeugen die einzige Häftlingsgruppe im Lager. Himmler hatte die Bibelforscher-Häftlinge für Ausbauarbeiten der Burg zu einer SS-Kultstätte ausgewählt, da er wusste, dass sie zuverlässig waren und keine Fluchtversuche unternahmen. Nachdem die Wewelsburg am 1. September 1941 ein selbständiges Konzentrationslager wurde, erhielt Friedrich Schütters die neue Häftlingsnummer 245.

Am 29. Januar 1943 kam Friedrich Schütters in das KZ Sachsenhausen, nun mit der Häftlingsnummer 59.864. Am 3. September 1943 ist für ihn eine dreimonatige Bestrafung wegen Bibelforscheraktivitäten im Strafbuch des Lagers eingetragen. Für den 13. Februar 1945 wurde seine Zwangsarbeit bei den Heinkel-Flugzeugwerken dokumentiert.

Am 21. April 1945 befand sich Friedrich Schütters unter den 16.000 Gefangenen des Lagers, die zum Todesmarsch in Richtung Ostsee aufbrachen. Die 230 Zeugen Jehovas aus sechs verschiedenen Ländern konnten auf dem Marsch zusammenbleiben und überlebten Dank ihrer Solidarität alle die Strapazen des Marsches. Am 3. Mai 1945 wurden sie von amerikanischen Truppen in einem Wald bei Schwerin befreit.

Eine Gruppe ehemaliger KZ-Häftlinge (rechts) beobachtet, wie bewaffnete, amerikanische Soldaten eine Gruppe ehemaliger KZ-Aufseher abführt. Die ehemaligen Aufseher marschieren nach vorn gebeugt mit den Händen auf dem Rücken.
Die Zeichnung in der von Jehovas Zeugen herausgegebenen Zeitschrift „Trost“ vom 1. Oktober 1945 zeigt die Gefangennahme von SS-Leuten durch amerikanische Soldaten sowie eine befreite Gruppe von Zeugen Jehovas (rechts), die den Todesmarsch überlebt hatten (JZArchivZE).

Nachdem Friedrich Schütters die nächsten Tage an verschiedenen Orten untergebracht war, wurde er mit 130 weiteren Zeugen Jehovas ab dem 15. Mai 1945 in der ehemaligen Hindenburg-Kaserne in Schwerin einquartiert. Dort begannen die Zeugen umgehend mit ihrer Missionstätigkeit. Sie gingen noch in KZ-Kleidung in Schwerin und den umliegenden Dörfern von Haus zu Haus, um die Botschaft der Bibel zu verkünden und ihre Erfahrungen zu erzählen.

(Krüger: Eine Bibel, S. 38–40; Kohnen: Fast vergessen, S. 97 f.)

Gedenkzeichen

Durch Initiative von Schülern des Werner-Heisenberg-Gymnasium in Leverkusen wurde am 7. Mai 2002 für Friedrich Schütters vor seinem ehemaligen Wohnhaus in der Feldstraße 15 ein Stolperstein verlegt. Nach neuen Forschungsergebnissen wurde der Stein am 19. November 2003 mit einer geänderten Inschrift ausgetauscht.

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