Karl Cyranek
- Vorname(n)
- Karl
- Nachname
- Cyranek
- Geburtsdatum
- 24. Oktober 1896
- Geburtsort
- Herten, Deutschland
- Beruf
- Schuhmacher, Bergmann
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Taufe als Bibelforscher im Jahr 1928
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Ludwig Cyranek (Bruder)
Karl Cyraneks jüngere Schwester Maria wurde als Kind bei einem Reitunfall verletzt und galt seither als geistig behindert. Sie wurde ein Opfer des von den Nationalsozialisten beschönigend als „Euthanasie“ bezeichneten Programms der „Vernichtung lebensunwerten Lebens“.
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Trotz dem Verbot der Zeugen Jehovas 1933 leitete Karl Cyranek die Ortsgruppe der Glaubensgemeinschaft in Hüls (heute ein Teil von Marl). Nach einer Denunziation wurde er am 27. Januar 1937 verhaftet und am 4. Februar 1937 in das Gerichtsgefängnis Recklinghausen überstellt. Am 26. Juli 1937 kam Karl Cyranek nach Dortmund, wo drei Tage später seine Verurteilung zu einer achtmonatigen Haftstrafe erfolgte, die er bis März 1938 im Gefängnis in Dorsten verbüßte.
Im März 1940 wurde sein jüngerer Bruder Ludwig Cyranek, der als „Reichsleiter“ die Tätigkeit der Zeugen Jehovas im Deutschen Reich organisiert hatte, in Dresden verhaftet, später zum Tode verurteilt und hingerichtet. Kurz nach der Verhaftung wurde auch Karl Cyranek von der Gestapo Münster in „Schutzhaft“ genommen und in den folgenden Konzentrationslagern festgesetzt:
KZ Sachsenhausen vom 6. August 1940 bis zum 5. September 1940 mit der Häftlingsnummer 28.790,
KZ Dachau vom 6. September 1940 bis zum 11. Dezember 1940 mit der Häftlingsnummer 18.241,
KZ Buchenwald vom 11. Dezember 1940 bis zum 7. März 1941 mit der Häftlingsnummer 870,
KZ Wewelsburg bzw. Niederhagen vom 8. März 1941 bis zum 5. April 1943 mit der Häftlingsnummer 36.880 und
KZ Ravensbrück ab dem 6. April 1943 mit der Häftlingsnummer 3.513.
(Holland: Standhaft, S. 30 f.)