Erna Fischer
- Vorname(n)
- Erna
- Nachname
- Fischer
- Geburtsdatum
- 1925
- Todesdatum
- Januar 1945
- Verfolgungsbedingte Todesart
- Auf dem Todesmarsch nach der Evakuierung des KZ Auschwitz ums Leben gekommen
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Nach den Verrat eines angeblichen Glaubensbruders erfolgte im Mai und Juni 1942 in Lodz und Umgebung eine Verhaftungswelle, der 14 Zeuginnen und mindestens fünf Zeugen Jehovas zum Opfer fielen. Auch Erna Fischer wurde verhaftet und in das Frauen-Polizeigefängnis Lodz gebracht. Am 12. November 1942 wurde sie auf einem Transport mit anderen Zeuginnen Jehovas in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert.
In Auschwitz erhielt Erna Fischer die Häftlingsnummer 24.403. Als sich die Rote Armee Auschwitz näherte, wurden bis zum 18. Januar 1945 die meisten Häftlinge evakuiert. Erna Fischer gehörte zu einer Gruppe von zwölf Zeuginnen Jehovas, die am Zaun zum Männerlager als Abschied von ihren Glaubensbrüdern das Bibelforscher-Lied „Alle Getreuen, alle Ergebenen sind von der Menschenfurcht frei“ sangen.
Die Frauen wurden zunächst auf einem Todesmarsch zu Fuß in Richtung des Konzentrationslagers Groß-Rosen getrieben. Dort verblieben sie 14 Tage ohne Verpflegung und wurden dann auf offenen Kohlewaggons in Richtung des KZ Buchenwald weitertransportiert. Die Waggons waren völlig überfüllt, so dass die Frauen stehen mussten. Sie erhielten keine Nahrungsmittel. Da sie in Buchenwald nicht aufgenommen wurden, verblieb der Zug drei Tage in Weimar. Erna Fischer erkrankte an Diphterie und verstarb in ihrem Waggon.
(Abt: Zusammen; Wontor-Cichy: Für den Glauben in Haft, S. 58, 66; Hermann: Hinter Stacheldraht, S. 37, 38, 178; Dornik: Gerettet, S. 69.)