Lodz (Łódź), Polizeigefängnis für Frauen
Adresse
Polizeigefängnis für Frauen Lodz
Museum der Revolution (ab 1959)
Unabhängigkeitsmuseum (seit 1990)
Lodz (Łódź), Gdańska 13, Polen (1940 bis 1945 im Generalgouvernement: Litzmannstadt, Danziger Straße 13)
Informationen zum Ort
Vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis 1953 wurden in dem Gefängnis in der Danziger Straße 13 überwiegend Frauen - auch aus politischen Gründen - inhaftiert. In der Zeit des Nationalsozialismus kamen von dort Zeuginnen Jehovas in die Konzentrationslager.
Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus
Bei einer Verhaftungswelle gegen Zeugen Jehovas in Lodz (Litzmannstadt) wurden im Mai/Juni 1942 mindestens drei Männern und 14 Frauen verhaftet. Zwei der Frauen kamen kurz darauf wieder frei, die übrigen bezeichnete das Wachpersonal des Frauenpolizeigefängnisses als die „Zwölf Apostel von Litzmannstadt“. In der Haft konnten die Frauen Taschen mit Lebensmittel empfangen, in deren Futter Artikel der Zeitschrift „Der Wachtturm“ eingenäht waren und so in die Haftanstalt gelangten. Am 12. November 1942 wurden 13 Zeuginnen Jehovas vom Frauenpolizeigefängnis in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. (Privatarchiv T. Martin Krüger: Bericht Michael Reich; Slupina/Boczek: Religiöse Verfolgung, S. 65.)
Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus
Frauen
Gedenkzeichen
Ab 1959 war in dem Gebäude das Museum der Revolution, seit 1990 ist das Unabhängigkeitsmuseum untergebracht. Dargestellt werden in dem Museum auch die Haftbedingungen im einstigen Polizeigefängnis.