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Groß-Rosen, Konzentrationslager

Adresse

Konzentrationslager
Museum Groß-Rosen
Groß-Rosen, Niederschlesien (heute: Rogoźnica bei Goczałków, Polen)

Informationen zum Ort

Groß-Rosen wurde im August 1940 als Nebenlager des KZ Sachsenhausen errichtet. Der Ort in Niederschlesien war ausgewählt worden, um Häftlinge im nahegelegenen Steinbruch Granit abbauen zu lassen. Im Mai 1941 kam das Lager unter Selbstverwaltung. Zu Groß-Rosen gehörten etwa 100 Außenlager auf dem Gebiet des heutigen Tschechien, Deutschland und Polen.

Im Konzentrationslager Groß-Rosen waren insgesamt 109 Zeugen Jehovas inhaftiert - zwei Drittel waren polnischer Herkunft, 25 stammten aus Deutschland, andere aus weiteren Ländern. Die meisten von ihnen befanden sich nur kurze Zeit im Lager. Frauen aus der Häftlingsgruppe waren ausschließlich durch Evakuierungstransporte nach Groß-Rosen gekommen und blieben nur etwa zwei Wochen. Von 16 Männern ist bekannt, dass sie länger als drei Monate im Lager und in verschiedenen Arbeitskommandos tätig waren. Zwei Drittel der Zeugen Jehovas wurden von Groß-Rosen in andere Konzentrationslager gebracht, von 31 Personen liegen keine Informationen über ihr weiteres Schicksal vor.

Anfang 1945 wurde das überfüllte Läger von der SS geräumt und die Häftlinge auf Todesmärsche in andere Lager geschickt. Kurz darauf befreite die sowjetische Armee die verbliebenen Häftlinge. Durch das Konzentrationslager Groß-Rosen und seine Nebenlager gingen ungefähr 125.000 Häftlinge. Die Zahl der Todesopfer wird auf 40.000 geschätzt. 

(Matelska: Die Verfolgung in Polen, S. 475–478.)

Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus

Zeugen Jehovas verweigerten in Groß-Rosen die Verrichtung kriegswichtiger Arbeiten und den Eintritt in die Wehrmacht. So lehnte es Józef Lipínski ab, Flugzeugpropeller für die Luftwaffe zu bauen, obwohl ihm bei Weigerung mit Erschießung gedroht wurde. (Matelska: Die Verfolgung in Polen, S. 476.)

Henryk Dornik verweigerte trotz Todesdrohung die Unterschrift unter eine Erklärung, mit der er seinem Glauben abschwören sollte. (Dornik: Gerettet, S. 51–56.)

Die Zeugen Jehovas bewahrten im Lager ihre christliche Identität, sie übten Solidarität und unterstützten sich gegenseitig, was letztendlich für den einzelnen lebensrettend sein konnte. Józef Lipínski schrieb: „Nur Glauben und Hoffnung haben mich am Leben erhalten.“ (Matelska: Die Verfolgung in Polen, S. 477 f.)

Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus

Gedenkzeichen

Ab 1947 wurde das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers gesichert und unterstand in den folgenden Jahrzehnten unterschiedlichen Institutionen. 1958 entstand eine erste Museumsexposition. 2005 wurde das Museumsgelände um den historischen Granitabbauraum erweitert, wo während des Krieges die Häftlinge arbeiteten und starben. 1999 verlor das Museum Gross-Rosen in Rogoźnica den Status eines staatlichen Museums und wird seitdem von dem Selbstverwaltungsparlament der Niederschlesischen Woiwodschaft (Sejmik Samorządowy Województwa Dolnośląskiego) finanziert.

Link zur Website des Museum Gross-Rosen in Rogoźnica.

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