Rosa Riffel, geb. Forster
- Vorname(n)
- Rosa
- Geburtsname
- Forster
- Nachname
- Riffel
- Geburtsdatum
- 31. Januar 1905
- Geburtsort
- Lörrach, Deutschland
- Todesdatum
- 17. September 1981
- Todesort
- Lörrach, Deutschland
- Beruf
- Kontoristin
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Julius Riffel (Ehemann)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Rosa und Julius Riffel heiratete am 7. März 1936. Beide gehörten den Zeugen Jehovas an und praktizierten ihren Glauben im Untergrund weiter, indem sie sich mit Glaubensgeschwistern trafen und verbotene Schriften studierten. Nachdem die Verfolgung der Zeugen Jehovas in Deutschland immer intensiver wurde, flohen die Riffels in der Nacht vom 6. auf den 7. November 1937 in die Schweiz. Rosa Riffel besaß neben der deutschen auch die Schweizer Staatsbürgerschaft, so dass ein Bleiben in dem Nachbarland keine Schwierigkeiten bereitete.
Das Ehepaar wohnte und arbeitete ab dem 7. November 1937 im Bibelhaus in Bern, von wo aus die Tätigkeit der Zeugen Jehovas in Mitteleuropa und damit auch in Deutschland koordiniert wurde. Rosa Riffel blieb dort, als ihr Mann am 11. Februar 1938 mit einem Geheimauftrag nach Baden-Württemberg zurückkehrte und drei Tage später von der Gestapo verhaftet wurde.
Nach der Haftentlassung von Julius Riffel 1941 wollte Rosa Riffel ihn besuchen. Im Besitz eines Schweizer Passes mit deutschem Visum reiste sie am 30. April 1942 über Basel nach Deutschland ein. Die Gestapo hatte ihr jedoch eine Falle gestellt und sie wurde am folgenden Tag auf dem Bahnhof in Weil am Rhein verhaftet und in das Bezirksgefängnis Lörrach gebracht. Von dort kam sie nach Karlsruhe und anschließend in die Konzentrationslager Dachau und Flossenbürg.
Am 28. August 1942 wurde sie in das Konzentrationslager Ravensbrück überführt. Ab 1943 kam es zur Überstellung einiger Zeuginnen Jehovas aus Ravensbrück in verschiedene Außenlager zur Zwangsarbeit. Dies betraf Rosa Riffel, die nacheinander in den folgenden Lebensbornheimen arbeiten musste:
Wiesbaden, Lebensbornheim Taunus, ab 1943;
Ansbach, Lebensbornheim Franken II, wahrscheinlich ab Mitte März 1945;
Steinhöring, Lebensbornheim Hochland, wahrscheinlich ab Anfang April 1945.
In Steinhöring wurde Rosa Riffel am 2. Mai 1945 befreit. Auf Wunsch der Oberin blieben die befreiten Zeuginnen Jehovas noch zwei Monate in dem Entbindungsheim, um die Säuglinge zu versorgen. Rosa Riffel kehrte darauf zu ihrem Mann nach Lörrach zurück.
(Martinet: Jehovas Zeugen Schweiz, S. 658 f.; Wickert: Ravensbrücker KZ-Häftlinge, S. 1023, 1026; Schaser/Bühler: Rosa Riffel.)
Gedenkzeichen
Am 6. Dezember 2023 wurden in Lörrach, Gretherstraße 4, in Anwesenheit von Oberbürgermeister Jörg Lutz Stolpersteine für Rosa und Julius Riffel verlegt. In der Gretherstraße 4 lebte das Ehepaar bis zur Flucht in die Schweiz im November 1937. (Schwarzwälder Bote, 7.12.2023.)