Wilhelm Knie
- Vorname(n)
- Wilhelm
- Nachname
- Knie
- Geburtsdatum
- 7. November 1920
- Geburtsort
- Leopoldshagen
- Todesdatum
- um 1944
- Verfolgungsbedingte Todesart
- Vermisst
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Johann Knie (Vater)
- Martha Knie, geb. Hagemeister (Mutter)
- Anni Krüger, geb. Knie (Schwester)
- Gerhard Krüger (Schwager)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Kommunismus
- Martha Knie, geb. Hagemeister (Mutter)
- Anni Krüger, geb. Knie (Schwester)
- Gerhard Krüger (Schwager)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Am 19. April 1937 verurteilte das Stettiner Sondergericht die Eltern von Wilhelm Knie zu Gefängnisstrafen von zwei bzw. sechs Monaten. Im Gegensatz zu seiner Mutter Martha Knie verpflichtete sich sein Vater Johann Knie zum Zeitpunkt der Haftentlassung auf Druck der Gestapo seinen Glauben aufzugeben. Nach der erneuten Verhaftung von Martha Knie und ihrer Einlieferung in ein Konzentrationslager ließ sich Johann Knie von ihr scheiden. Der Ehefrau wurde die Schuld am Scheitern der Ehe zugeschrieben und die beiden Kinder Johann Knie zugesprochen. Wilhelm und seine Schwester blieben aber offenbar in Leopoldshagen bei ihren Großeltern wohnen.
Wilhelm Knie folgte zum Kriegsbeginn der Einberufung zur Kriegsmarine. 1944 kam er zu einer Spezialeinheit, dem 1. Bau-Pionier-Bataillon 419, das zur 4. Armee der Heeresgruppe Mitte gehörte und bei Minsk stationiert war. Aus seinen Briefen wird jedoch deutlich, dass sich sein christliches Gewissen nicht mit seinem Dienst als Soldat in Übereinstimmung bringen ließ. Er stand in Briefkontakt mit seiner inhaftierten Mutter, die ihm auch die Adressen von Glaubensangehörigen mitteilte, welche er bei seinen Fronturlauben aufsuchte.
„Es wird die allerhöchste Zeit, mich zu entscheiden.“
1944 konnte er seine im KZ-Außenlager Fridolfing inhaftierte Mutter besuchen. Danach schrieb er aus Litzmannstadt einen Brief an seine Großeltern, in dem es heißt: „Und meine Lieben, es wird die allerhöchste Zeit, mich zu entscheiden. Denn was ist es mir nütze, wenn ich bei diesem Blutvergießen umkomme, das ist ja des Teufels Wille, die ganze Menschheit dem Untergang verfallen zu lassen.“
Der Brief war das letzte Lebenszeichen von Wilhelm Knie, seitdem gilt er als verschollen. Es ist unklar, ob er bei seiner Rückkehr an die Front desertierte und erschossen wurde oder ob er den vorrückenden sowjetischen Truppen zum Opfer fiel.
(Dirksen: Martha Knie, S. 63, 66, 68–70.)