Ruth Pellin
- Vorname(n)
- Ruth
- Nachname
- Pellin
- Geburtsdatum
- 1920
- Geburtsort
- Bremerhaven, Deutschland
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Franz Pellin (Vater)
- Amalie Pellin, geb. Walendy (Mutter)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Als ihre Mutter 1937 verhaftet wurde, war Ruth Pellin 17 Jahre alt. Ihr Vater befand sich zu diesem Zeitpunkt im Konzentrationslager Sachsenhausen. Die Wohnung der Familie wurde enteignet und das Mädchen musste ausziehen. Ruth Pellin setzte sich für ihre inhaftierte Mutter ein und schrieb sogar einen Brief an Adolf Hitler, in dem sie um eine Entlassung bat - vergebens.
30 Briefe und Postkarten, die Amalie Pellin aus dem Gefängnis Vechta und aus den Konzentrationslagern an ihre Tochter Ruth schrieb, sind erhalten geblieben. Der letzte Brief stammte vom 21. Dezember 1941 aus Ravensbrück. Amalie Pellin wurde Anfang 1942 von dort nach Auschwitz deportiert, wo sie am 29. November 1942 ums Leben kam.
Ruth Pellin fand in der NS-Zeit immer wieder Personen, die Verständnis für ihre Situation hatten und sich ihrer annahmen. Jahrzehnte später schrieb sie, dass sich die Ereignisse in der Kindheit „nicht zum Schlechten in [ihrem] Leben ausgewirkt“ haben. Das Gegenteil war der Fall: „Die Treue meiner Mutter bis in den Tod, ihr Eifer für Jehova auch unter Verbot, haben mich beeinflußt und angespornt.“
(Hesse/Harder: und wenn ich lebenslang, S. 57, 58, 357–370, Bersch: Amalie Pellin.)