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Otto Reiche

Vorname(n)
Otto
Nachname
Reiche
Geburtsdatum
18. Dezember 1894
Geburtsort
Berlin, Deutschland
Todesdatum
19. Mai 1944
Verfolgungsbedingte Todesart
Nach Kriegsdienstverweigerung hingerichtet
Beruf
Expedient
Erstkontakt und/oder Taufe
Schloss sich 1924 den Bibelforschern an

Biographische Orte

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Wohnort(e)

Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus

Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus

Otto Reiche wurde bereits im Juli 1933 das erste Mal aufgrund seiner Glaubensausübung festgenommen und in das Polizeipräsidium Berlin eingewiesen, aber nach fünf Tagen wieder freigelassen. 1936 war er als Dienstleiter für den Untergrund-Bezirk Berlin tätig. Im August 1936 erfolgte eine zweite Verhaftung. Otto Reiche war zunächst im Polizeigefängnis Berlin-Alexanderplatz inhaftiert, nach einigen Wochen wurde er in das KZ Sachsenhausen eingewiesen, wo er misshandelt wurde, anschließend kam er zur Untersuchungshaft in das Zellengefängnis Lehrter Straße nach Berlin. Am 27. April 1937 wurde er vom Sondergericht Berlin II zu einem Jahr Gefängnis aufgrund der „Notverordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28.2.1933“ verurteilt.

Am 12. Januar 1944 erhielt Otto Reiche seine Einberufung zur 2./3. Marine-Ersatz-Abteilung in Flatow/Westpreußen. Er schrieb an die Einheit, dass er als Zeuge Jehovas keinen Kriegsdienst leisten könne. Daraufhin erfolgte seine Verhaftung und Überstellung zum Reichskriegsgericht nach Torgau und Einlieferung in das Wehrmachtsgefängnis Torgau Fort Zinna. Im April 1944 wurde er in das Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis nach Berlin-Tegel überstellt und anschließend in dessen Psychiatrische Abteilung nach Berlin-Buch. Dort sollte sein Geisteszustand überprüft werden. Der Heerespsychiater Oberstarzt Dr. Schmidt bescheinigte ihm volle Zurechnungsfähigkeit. Es erfolgte eine Rücküberstellung nach Torgau. Otto Reiche wurde wegen seiner Kriegsdienstverweigerung vom Reichskriegsgericht in Torgau am 29. April 1944 zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 19. Mai 1944 im Zuchthaus Roter Ochse in Halle/Saale vollstreckt.

(Sandvoß: Widerstand in Prenzlauer Berg und Weißensee, S. 295; Herrberger, Denn es steht, S. 69, 70, 409; Privatarchiv Marcus Herrberger, Sammlung Otto Reiche.)

Gedenkzeichen

Am 8. Oktober 2011 wurde in der Behaimstrasse 20 in Berlin-Weißensee ein Stolperstein für Otto Reiche verlegt.

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