Heinrich Hetkamp
- Vorname(n)
- Heinrich
- Nachname
- Hetkamp
- Geburtsdatum
- 15. Mai 1907
- Geburtsort
- Oberhausen-Holten
- Todesdatum
- 26. Mai 1943
- Todesort
- Brandenburg-Görden, Zuchthaus
- Verfolgungsbedingte Todesart
- hingerichtet
- Beruf
- Nieter (Walzwerk)
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Kontakt zu Bibelforschern seit 1925
Biographische Orte
Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.
Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Auguste Hetkamp, geb. Schlömp (Mutter)
- Wilhelm Hetkamp (Bruder)
- Elise Bischoff, geb. Hetkamp (Schwester)
- Christine Schürmann, geb. Hetkamp (Schwester)
- Wilhelm Bischoff (Schwager)
- Elise Hetkamp, geb. Krämer (Schwägerin)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Am 1. März 1943 wurde Heinrich Hetkamp zur Stammbatterie der schweren Artillerie-Ersatz-Abteilung 47 nach Heilsberg/Ostpreußen einberufen. Er fuhr zu seiner Einheit, ließ sich einkleiden, weigerte sich aber am aktiven Dienst teilzunehmen und legte seinem Vorgesetzten folgende Erklärung vor:
„Sterkrade, den 1.3.1943.
Erklärung.
Ich erkläre hiermit das ich ein Zeuge Jehova bin. Das ich als Christ das Gesetz Gottes, 'Du sollst nicht töten' nicht übertreten kann. Ich werde keinen Menschen einen Eid ablegen, weil das Wort Gottes es mir verbietet. Darum kann ich den Wehrdienst nicht mitmachen.
Gez.: Heinrich Hetkamp“
Das Kriegsgericht ordnete daraufhin am 23. März 1943 Untersuchungshaft an und ließ ihn am 2. April 1943 in das Wehrmachtuntersuchungsgefängnis Berlin-Tegel überstellen. Die Hauptverhandlung vor dem Reichskriegsgericht fand am 5. Mai 1943 statt. Da er seine Verweigerung nicht aufzugeben bereit war, verurteilte ihn das Gericht wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode. Das Urteil wurde am 26. Mai 1943 im Zuchthaus Brandenburg/Görden durch Enthauptung vollstreckt.
(de Pasquale/Nagel: Auf dem Görden, S. 202–206; Herrberger, Denn es steht, S. 72, 88, 94, 394; Hetkamp: Du sollst nicht töten, S. 186–191; Messerschmidt/Wüllner: Die Wehrmachtjustiz, S. 109 f.; Rossaint/Zimmermann: Widerstand, S. 67–69; Militärhistorisches Archiv Prag, Bestand Reichskriegsgericht: Feldurteil gegen Heinrich Hetkamp vom 5. Mai 1943.)
Gedenkzeichen
Am 10. Februar 2010 wurde in Oberhausen, Leuthenstraße 54, ein Stolperstein für Heinrich Hetkamp verlegt.
Die Gedenkhalle der Stadt Oberhausen erinnert in einer ihrer Dauerausstellungen auch an das Schicksal von Heinrich Hetkamp.
Im Gedenkraum der ehemaligen NS-Hinrichtungsstätte in der Justizvollzugsanstalt Brandenburg a. d. Havel ist seit 2018 Heinrich Hetkamp eine Gedenkstele gewidmet. Zu sehen sind neben Fotos die Dokumente der Verfolgung. Ein Foto zeigt Heinrich Hetkamp mit seinem jüngeren Bruder Wilhelm, der ebenfalls wegen Wehrdienstverweigerung in Brandenburg hingerichtet wurde.