Wilhelm Hetkamp
- Vorname(n)
- Wilhelm
- Nachname
- Hetkamp
- Geburtsdatum
- 23. Juni 1913
- Geburtsort
- Oberhausen, Deutschland
- Todesdatum
- 31. Januar 1942
- Todesort
- Brandenburg-Görden, Zuchthaus
- Verfolgungsbedingte Todesart
- hingerichtet
- Beruf
- Maler
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Bekenntnis als Zeuge Jehovas seit mindestens 1938
Biographische Orte
Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.
Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Auguste Hetkamp, geb. Schlömp (Mutter)
- Elise Hetkamp, geb. Krämer (Ehefrau)
- Heinrich Hetkamp (Bruder)
- Elise Bischoff, geb. Hetkamp (Schwester)
- Christine Schürmann, geb. Hetkamp (Schwester)
- Wilhelm Bischoff (Schwager)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Am 6. Februar 1939 wurde Wilhelm Hetkamp als Schütze nach Herford zum Infanterie-Regiment 58 einberufen. Er erklärt schriftlich die Verweigerung jeglichen Wehrdienstes und wurde in Oberhausen festgenommen. Seine Frau berichtete später:
„Mein Mann sagte damals zu mir: ‚Elise, ich kann es nicht. Ich kann keinen Menschen, wenn ich jetzt Soldat würde, auf Befehl töten. Das geht gegen mein Gewissen, das kann ich nicht. Dieser Mensch hat mir doch nichts getan. Und nur, weil die mich dahin schicken, ich solle den töten? Nein, ohne mich!‘“
Das Gericht der 6. Division in Bielefeld klagte ihn am 11. Februar 1939 wegen Fahnenflucht an und verurteilte ihn am 21. Februar zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren. Er verbüßte die Strafe bis 20. Februar 1941 im Strafgefangenenlager Oberems bei Gütersloh.
„Das geht gegen mein Gewissen, das kann ich nicht.“
Am 2. September 1941 erfolgte die erneut Einberufung nach Herford ein. Er verweigerte auch dieses Mal den Wehrdienst. Vom Kriegsgericht in Bielefeld wurde er in das Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit überstellt und vor dem Reichskriegsgericht angeklagt. In der Hauptverhandlung verurteilte man ihn am 15. Dezember 1941 wegen Zersetzung der Wehrkraft zum Tode. Vor der Vollstreckung am 31. Januar 1942 schreibt er im Zuchthaus Brandenburg einen Abschiedsbrief an seine Mutter:
„Meine Liebe, gute Mutter! Es ist nun soweit, und morgen früh werde ich meinen letzten Gang tun. Ich habe mein Vertrauen auf Jesum, meinen Herrn gesetzt und bin des gewiss, dass er mich aufnehmen wird in seinem Reiche […] Ich wurde gleich nach dem Abendbrot in diese Zelle im Keller gebracht. Bis 3 Minuten nach 5 Uhr weile ich noch auf dieser Erde. Dann hat alles Leid und Trübe ein Ende und ich bin von dieser schlechten Erde erlöst. Sie hatte ja ausser Euch Liebsten doch keine Freude für mich. So weint und trauert nicht, sondern freut Euch, dass ich erlöst bin. Mein Ueberrest erhaltet Ihr nicht zum Begraben. Aber was braucht Ihr mein Grab, wo doch nur ein toter Körper ruht. Ich lebe in Euerm Geiste. Das freut mich; Ihr vergesst mich nie. Ich schreibe auf euern letzten Brief, nachdem erhielt ich keinen mehr. Vor mir liegt die Bibel, daneben Euer Bild. Ich bekam zwei Leberwurststullen und ein Topf Pfefferminztee; habe es gleich aufgegessen und getrunken. Zum Abendbrot gab’s auch Tee. Die Wärter unterhalten sich vor den Zellen. Bin jetzt ungefesselt […] Auf Wiedersehen in seinem Reiche, das er bereitet hat seinen Treuen.“ (Abschrift des Abschiedsbriefs von Wilhelm Hetkamp an seine Mutter Auguste Hetkamp aus der Untergrundschrift „Briefe Nr. 4“, abgedruckt in: Wrobel: Auf Wiedersehen, S. 283.)
(Herrberger, Denn es steht, S. 72, 88, 94, 394; Hetkamp: Du sollst nicht töten, S. 186–191; Wrobel: Auf Wiedersehen, S. 283 f.)
Gedenkzeichen
Am 28. März 2017 wurden für Wilhelm und Elise Hetkamp in Oberhausen, Am Walde 3b, Stolpersteine verlegt.