Gottfried Emil Mehlhorn
- Vorname(n)
- Gottfried Emil
- Nachname
- Mehlhorn
- Geburtsdatum
- 8. März 1901
- Geburtsort
- Chemitz, Deutschland
- Todesdatum
- 30. September 1986
- Todesort
- Berlin (West), Deutschland
- Beruf
- Schlosser, Dreher
Biographische Orte
Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.
Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Gottfried Mehlhorn wurde am 19. November 1937 wegen seiner religiösen Überzeugung in Schutzhaft genommen. Am 16. Dezember 1937 wurde er von der Gestapo Leipzig in das Konzentrationslager Buchenwald überführt. Am 25. Mai 1940 folgte die Überstellung in das KZ-Kommando Wewelsburg. Dort wurden er und 26 andere Bibelforschern am 25. November 1940 gemustert und als für die Wehrmacht verwendungsfähig erklärt. Die Gruppe wurde am 13. Februar 1941 aus dem Lager entlassen und unter großer Bewachung zum Wehrkreiskommando Paderborn überführt. Dort verweigerten sie die Einkleidung mit Uniformen. Während seiner Inhaftierung in der Paderborner Kaserne nutzte Gottfried Mehlhorn die Gelegenheit außerhalb der Zensur Briefe an Angehörige von Mithäftlingen zu schreiben.
Am 18. März 1941 kam Gottfried Mehlhorn in das Konzentrationslager Sachsenhausen. Auch Inhaftierungen in Ravensbrück sowie im Außenlager Comthurey sind nachweisbar. Nach Kriegsende erfuhr er, dass die Zeugen Jehovas aus Sachsenhausen den Todesmarsch überlebt hatten und sich in Schwerin befanden. Er machte sich mit Josef Rehwald und weiteren Glaubensbrüdern auf den etwa 70 km langen Fußmarsch nach Schwerin, wo sie auf eine große Gruppe ihrer Glaubensgeschwister trafen. In Schwerin wurde er von Emma und August Tiesel versorgt. Daraus entstand eine Freundschaft beider Familien.
Während seiner achteinhalb Jahren dauernden KZ-Haft hatte sich Gottfried Mehlhorns Ehefrau von ihm scheiden lassen. In Berlin (West) heiratete Gottfried Mehlhorn 1951 ein zweites Mal und gründete eine neue Famile.
(Brebeck/Huismann/John-Stucke/Piron: Endzeitkämpfer, S. 339; Müller: Gott ist mir Zuflucht, S. 27; ITS Arolsen Archives, Teilbestand 1.1.31.2/Sign. 004.452; 1.1.5.3/Sign. 001.331.242, 5298000 044.305; 6.3.3.2/Sign. 0.383.174.)