Eugenie Jauer
- Vorname(n)
- Eugenie
- Nachname
- Jauer
- Geburtsdatum
- 27. Dezember 1905
- Geburtsort
- Radegast (Radogoszcz), Polen
- Beruf
- Schneiderin
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Berthold Jauer (Ehemann)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Wegen ihrer religiösen Einstellung verlor die Zeugin Jehovas Eugenie Jauer nach der Besetzung Polens durch die Wehrmacht ihre Arbeitsstelle als Zuschneiderin. Im Rahmen einer Verhaftungswelle von Zeugen Jehovas im Mai und Juni 1942 in Lodz und Umgebung wurde das Ehepaar Jauer am 18. Mai 1942 festgenommen. Eugenie Jauer kam in das Frauen-Polizeigefängnis Lodz und von dort am 12. November 1942 mit ihrem Mann und weiteren Zeugen Jehovas in das Konzentrationslager Auschwitz.
Als sich die Rote Armee Auschwitz näherte, wurden bis zum 18. Januar 1945 die meisten Häftlinge evakuiert. Eugenie Jauer gehörte zu einer Gruppe von zwölf Zeuginnen Jehovas, die am Zaun des Männerlagers zum Abschied von ihren Glaubensbrüdern das Bibelforscher-Lied „Alle Getreuen, alle Ergebenen sind von der Menschenfurcht frei“ sangen.
Die Frauen wurden auf einem Todesmarsch zunächst zwei Tage und Nächte zu Fuß in Richtung des Konzentrationslagers Groß-Rosen getrieben, worauf viele für einen Weitermarsch zu erschöpft waren. In der dritten Nacht erlaubte man ihnen, in einer Scheune in Loslau (heute Wodzisław Śląski, Polen) zu übernachten. Von Groß-Rosen ging es weiter nach Buchenwald, wo die Häftlinge wegen Überfüllung nicht aufgenommen wurden. Über das KZ Mauthausen erreichte der Transport am 26. Februar das KZ Bergen-Belsen. Hier wurde Eugenie Jauer am 15. April 1945 befreit. Sie lebte später in Norddeutschland. Ihr Ehemann wurde in Auschwitz ermordet.
(Abt: Zusammen; Hermann: Hinter Stacheldraht, S. 182 f.; Wontor-Cichy: Für den Glauben in Haft, S. 59, 66; Dornik: Gerettet, S. 69.)