Marta Proppe, geb. Arndt
- Vorname(n)
- Marta
- Geburtsname
- Arndt
- Nachname
- Proppe
- Geburtsdatum
- 26. Dezember 1899
- Geburtsort
- Nowe-Rokicie, Polen
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Kontakt mit Bibelforschern ab 1926, Taufe im KZ Auschwitz um 1943
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Alfons Proppe (Ehemann)
- Egon Proppe (Sohn)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Nach einem Verrat durch einen angeblichen Glaubensbruder erfolgte im Mai und Juni 1942 in Lodz und Umgebung eine Verhaftungswelle von Zeugen Jehovas, der am 11. Mai auch Marta Proppe zum Opfer fiel. Ihr Ehemann Alfons Proppe entging der Verhaftung und konnte sich auf dem Dachboden einer Glaubensschwester verstecken. Am 12. November 1942 wurde Marta Proppe mit zwölf weiteren Zeuginnen Jehovas vom Lodzer Frauenpolizeigefängnis in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Dort erhielt sie die Häftlingsnummer 24.418 und musste im Haushalt eines SS-Mannes arbeiten. In Auschwitz ließ sich Marta Proppe von Gertrud Ott als Zeugin Jehovas taufen.
Als sich die Rote Armee dem Lager näherte, wurden bis zum 18. Januar 1945 die meisten Häftlinge evakuiert. Marta Proppe gehörte zu einer Gruppe von zwölf Zeuginnen Jehovas, die am Zaun des Männerlagers zum Abschied von ihren Glaubensbrüdern das Bibelforscher-Lied „Alle Getreuen, alle Ergebenen sind von der Menschenfurcht frei“ sangen.
Auf einem Todesmarsch wurden die Frauen zunächst zwei Tage und Nächte zu Fuß in Richtung des Konzentrationslagers Groß-Rosen getrieben, worauf viele für einen Weitermarsch zu erschöpft waren. In der dritten Nacht erlaubte man ihnen, in einer Scheune in Loslau (heute Wodzisław Śląski, Polen) zu übernachten. Von Groß-Rosen ging es weiter nach Buchenwald, wo die Häftlinge wegen Überfüllung nicht aufgenommen wurden. Über das KZ Mauthausen erreichte der Transport am 26. Februar das KZ Bergen-Belsen. Hier wurden Marta Proppe am 15. April 1945 befreit.
Nach mehreren Aufenthalten im Displaced Persons Camp Bergen-Belsen reiste Marta Proppe mit ihrer Glaubensschwester Marta Lange zurück nach Polen. In Lodz mussten die Frauen feststellen, dass sie enteignet worden waren. Die Familie fand 1958 in der Bundesrepublik ein neues Zuhause.
(Abt: Zusammen; Hermann: Hinter Stacheldraht, S. 186; Wontor-Cichy: Für den Glauben in Haft, S. 60, 66; Dornik: Gerettet, S. 69.)