Klara Stoffels, geb. Wiechert
- Vorname(n)
- Klara
- Geburtsname
- Wiechert
- Nachname
- Stoffels
- Geburtsdatum
- 7. Dezember 1904
- Geburtsort
- Wiesdorf, Deutschland
- Todesdatum
- 11. August 1944
- Todesort
- Berlin-Plötzensee, Strafgefängnis
- Verfolgungsbedingte Todesart
- Durch das Fallbeil hingerichtet
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Friedrich Stoffels (Ehemann)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Nach der Verhaftung ihres Mannes 1939 wurde Klara Stoffels von der Gestapo verhört und war aktenkundig. Angehörige berichteten, dass sie während des Verbotes der Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus die Schriften der Religionsgemeinschaft in Köln verbreitete.
1943 zog das Ehepaar von Köln nach Oberhausen, wahrscheinlich um weiteren Nachstellungen durch die Gestapo zu entgehen. Im selben Jahr verhaftete man beide in Oberhausen. Das Sondergericht in Hamm verurteilte sie zu 18 Monaten Gefängnisstrafe. Wo sie die Haftstrafe absaßen, ist nicht bekannt.
Friedrich und Klara Stoffels gehörten zu einer aktiven Gruppe von sieben Zeugen Jehovas aus Oberhausen, Mülheim an der Ruhr und Karlsruhe, die 1943/44 verhaftet, nach Berlin gebracht und vom Volksgerichtshof wegen „Wehrkraftzersetzung“ und „Feindbegünstigung“ angeklagt wurde. Klara Stoffels wurde im Berliner Frauengefängnis in der Barnimstraße inhaftiert. Am 2. Juni 1944 fällte der Volksgerichtshof ihr Todesurteil. Sie wurde am 11. August 1944 im Alter von 46 Jahren in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
Klara Stoffels Abschiedsbrief an Ihre Familie ist überliefert:
Liebe Eltern und Geschwister!
11. August 1944
Es ist ein großes Vorrecht, der Weg, den ich heute gehe. Denkt nur nicht, daß ich traurig bin, oh nein. Denn ich weiß, wofür ich mein Leben gebe. Denn ein Samenkorn bringt keine Frucht, es sei denn, daß es vorher sterbe. Meine Lieben, um uns habt keine Trauer, denn Ihr könnt Euch gar nicht denken, wie glücklich wir sind. Und Gott tut alles fein zu seiner Zeit.
Habt nochmals tausend Dank für alles Liebe und Gute, der liebe Gott möge Euch reichlich segnen. Vielen Dank, lb. Karl, daß Du am 8.8.44 noch mal nach mir gefragt hast, es ist heute mein großer Tag. Meine Lieben, so seid in Liebe und Güte Euch zugetan. Denn die Liebe ist das Größte von allem. Ich habe in der Einsamkeit über mein ganzes Leben viel nachgedacht. Es war Müh, Kampf und Arbeit und doch schön und wert, gelebt zu werden. Dem großen allmächtigen Schöpfer und seinem Sohn sage ich herzlichen Dank. Das kann ich nur dadurch beweisen, indem ich mein Gelübde halte, und das geht bis in den Tod. Wenn Ihr mich vielleicht auch nicht verstehen könnt, das verzeihe ich Euch.
Mutters Spruch war immer: Du bist die Älteste und mußt allen mit gutem Beispiel vorangehen. Nach meiner Erkenntnis habe ich es getreu getan. Besucht meinen Schwager mal, wenn Ihr Zeit habt und, lb. Karl, regel Du alles, mein liebster Bruder. Seid mir Alle, Vater, Mutter, Geschwister, Verwandte und Bekannte von Herzen gegrüßt und mit Psalm 100 geküßt von Klärchen.
(Lorsbach: Die NS-Verfolgung Köln, S. 25; Schlechtriemen: Opfer in Köln-Müngersdorf, S. 15, 18, 22, 28, 33, 74 ff.; WTG: Lila Winkel 1999, S. 21.)
Gedenkzeichen
In der 1997 eröffneten und später erweiterten Dauerausstellung des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln wird auch an das Schicksal von Klara und Friedrich Stoffels erinnert. Im Rahmen der Neugestaltung der Gedenkstätte 2009 wurde neben der Dauerausstellung des NS-Dokumentationszentrum auch die im Haus befindliche Gedenkstätte Gestapogefängnis überarbeitet und erweitert. Im hinteren Bereich des Gefangenenkellers wird in einer „Gedenkinstallation“ auch an Klara Stoffels erinnert.
Am 27. Januar 2007 wurden vor dem Bahnhof Belvedere (Belvederestraße 147) im Beisein von mehreren hundert Zeuginnen und Zeugen Jehovas zwei Stolpersteine für Klara und Friedrich Stoffels verlegt. (Schlechtriemen: Opfer in Köln-Müngersdorf, S. 79.)