Dresden, Polizeigefängnis
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Adresse
Polizeidirektion Dresden (1900 bis 1920)
Polizeipräsidium Dresden (1920 bis 1945)
Dresdner Leitstelle der Gestapo (1933 bis 1937)
Volkspolizei-Präsidium Dresden (1949 bis 1952)
Volkspolizei-Kreisamt Dresden (1952 bis 1990)
Dresden, Schießgasse 7, Deutschland
Informationen zum Ort
Das Polizeipräsidium Dresden wurde im Jahr 1900 am Pirnaischen Platz vollendet. Es besteht aus vier repräsentativen Flügeln im Stil des Historismus, die sich um drei Innenhöfe gruppieren und von zwei markanten Rundtürmen flankiert werden. Im Gebäudekomplex befand sich ein Polizeigefängnis.
Während der NS-Zeit war das Polizeipräsidium auch Sitz der Politischen Abteilung der Polizei und die Gestapo hatte hier Zellen für Gefangene - darunter auch Zeugen Jehovas - von denen viele gefoltert wurden und einige zu Tode kamen. Die Gestapoleitstelle zog 1937 von der Schießgasse in das ehemalige Hotel Continental in die Bismarckstraße. Die Haft- und Verhörzellen befanden sich weiterhin im Polizeipräsidium, schon deswegen, weil es im früheren Hotel Continental keine Haftzellen gab. Gestapoverhöre von nicht verhafteten Personen fanden wohl in der Leitstelle auf der Bismarckstraße statt, die von verhafteten im Polizeipräsidium.
Die Bombardierung der Stadt am 13. Februar 1945 hinterließ an dem Gebäude an der Schießgasse schwere Schäden. Nach dem Wiederaufbau wurde es 1949 in „Volkspolizei-Präsidium Dresden“ und 1952 in „Volkspolizei-Kreisamt Dresden“ umbenannt. Auch nach dem Verbot der Zeugen Jehovas 1950 waren viele Glaubensangehörige hier inhaftiert.
In dem Gebäude befinden sich heute die Polizeidirektion Dresden und die Polizeihistorische Sammlung Sachsen.
Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus
Trotz massiver Misshandlung durch die Gestapo weigerte sich Fritz Weigoldt die Namen anderer Zeugen Jehovas zu verraten. Er starb Anfang Juni 1937 in der Schießgasse 7 in Polizeihaft. Die Gestapo versuchte die Tat zu vertuschen und behauptete, Fritz Weigoldt habe sich in seiner Zelle selbst erhängt. Seine Witwe Hildegard Weigoldt durfte den Leichnam nicht mehr sehen. Da sie die Umstände des Todes ihres Mannes öffentlich machte, wurde sie im Folgejahr wegen Beamtenbeleidigung zu einer Gefängnisstrafe von vier Monaten Einzelhaft verurteilt. Sie selbst war auch im Polizeigefängnis in der Schießgasse 7 inhaftiert.
(SHStAD, Nr. 11027, Sondergericht Freiberg, Karton 351, 3 Js/SG 417/37; Standesamt Dresden, Sterberegister Nr. 1607/1937/1.)
Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus
Frauen
Anzahl nach aktuellem Forschungsstand: nicht bekannt
Männer
Anzahl nach aktuellem Forschungsstand: nicht bekannt
Verfolgte Zeugen Jehovas im Kommunismus
Männer
Anzahl nach aktuellem Forschungsstand: nicht bekannt